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Die GAIS-Skala verständlich erklärt

Die Global Aesthetic Improvement Scale (GAIS) ist ein etabliertes Bewertungsinstrument der ästhetischen Medizin, das die sichtbare Verbesserung des Erscheinungsbilds nach einer ästhetischen Behandlung im Vergleich zum Ausgangszustand einstuft. Sie beruht auf Einschätzung, nicht auf physikalischer Messung. In der Forschung existieren Varianten mit unterschiedlichen Wertebereichen. Auch die drei klinischen XERF™-Studien, die zwischen 2025 und September 2026 erschienen sind, nutzen unterschiedliche Skalen.

Redaktion Mario Kranz · Veröffentlicht 05.10.2026 · Stand September 2026 · Fachlich geprüft von Dr. med. Christian Köhler

Die fünf Stufen der GAIS

Stufenleiste mit den fünf GAIS-Stufen von verschlechtert bis sehr deutlich verbessert.GAIS in der Ursprungsform, fünf Stufenverschlechtertunverändertverbessertdeutlich verbessertsehr deutlich verbessertDie Einstufung nimmt eine Ärztin oder ein Arzt (Clinician-GAIS) oder die behandelte Person selbst (Subject-GAIS) vor.Stufenleiste mit den fünf GAIS-Stufen von verschlechtert bis sehr deutlich verbessert.GAIS in der Ursprungsform, fünf Stufenverschlechtertunverändertverbessertdeutlich verbessertsehr deutlich verbessertDie Einstufung nimmt eine Ärztin oder ein Arzt (Clinician-GAIS) oder die behandelte Person selbst (Subject-GAIS) vor.
Die GAIS stuft ein, wie stark sich das Erscheinungsbild seit der Behandlung verändert hat.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Narins et al. 2003 (Dermatologic Surgery 2003;29(6):588–595)

Das Wichtigste zur GAIS-Skala in den XERF™-Studien

Was die GAIS misst
Sichtbare Verbesserung
Bewertungsinstrument der ästhetischen Medizin für den sichtbaren Unterschied zum Ausgangszustand
Stufen
Fünf Stufen
in der Ursprungsform von „verschlechtert“ bis „sehr deutlich verbessert“
Perspektiven
Clinician- und Subject-GAIS
können bei derselben Behandlung unterschiedlich ausfallen. Die israelische Fallserie nutzt das Patientenurteil PGAIS, getrennt für Hautbild und Straffung
Herkunft
Narins et al. 2003
Dermatologic Surgery 2003;29(6):588–595
Skalenvarianten
0 bis 4 oder 1 bis 5
vereinzelt läuft die Zählrichtung sogar umgekehrt, und gleicher Zahlenbereich heißt nicht gleicher Stufenwortlaut
XERF™-Studien
Drei Skalen, zwei Bewerterrollen
zwei Arzturteile auf verschiedenen Skalen (0 bis 4 und 1 bis 5) und ein Patientenurteil (PGAIS, 1 bis 5). Die Einzelwerte und ihre Einordnung stehen in den Abschnitten unten

Erhebungsstand September 2026 · Belege und Einordnung in den Abschnitten unten

Grundlagen

Was die GAIS misst und was nicht

Bei einer GAIS-Bewertung schätzt eine Ärztin oder ein Arzt ein, wie stark sich das Erscheinungsbild seit der Behandlung verändert hat. Diese Variante heißt Clinician-GAIS. Gibt die behandelte Person das Urteil ab, spricht man von Subject-GAIS. Die israelische XERF™-Fallserie nennt diese Form Patient Global Aesthetic Improvement Scale, kurz PGAIS. Die Einstufung umfasst in der Ursprungsform fünf Stufen, von „verschlechtert“ über „unverändert“, „verbessert“ und „deutlich verbessert“ bis „sehr deutlich verbessert“.

Eine GAIS-Bewertung ersetzt keine objektive Messung wie etwa eine Hautdicken- oder Kollagenmessung. Sie bildet den optischen Gesamteindruck ab, wie ihn ein geschultes Auge oder die behandelte Person wahrnimmt.

Clinician-GAIS und Subject-GAIS können bei derselben Behandlung unterschiedlich ausfallen, weil die ärztliche Seite und die behandelte Person nicht zwingend dieselben Maßstäbe anlegen. Welche der beiden Perspektiven eine Studie verwendet, gehört deshalb zu den Angaben, die man bei jedem GAIS-Wert mitlesen sollte.

Herkunft

Woher die Skala kommt

Narins und Kollegen entwickelten die GAIS 2003 (Dermatologic Surgery 2003;29(6):588–595). Die Arbeitsgruppe verglich in einer klinischen Studie zwei Injektionsmaterialien zur Behandlung der Nasolabialfalte, der Falte zwischen Nasenflügel und Mundwinkel, nämlich ein Hyaluronsäure-Gel und ein Kollagen-Präparat vom Rind. Bereits diese Originalstudie nutzte beide Perspektiven, die ärztliche Einstufung und die Selbstbewertung der Behandelten.

Seither nutzt die ästhetische Forschung die Skala deutlich breiter, unter anderem in Studien zu Filler-Behandlungen, zu Aknenarben-Verfahren und zu Hautstraffungsverfahren wie XERF™.

Skalenvarianten

Warum GAIS-Werte aus verschiedenen Studien nicht vergleichbar sind

Für die Auswertung übersetzen Studien die fünf GAIS-Stufen in Zahlen, allerdings nicht einheitlich. Manche zählen von 1 für „verschlechtert“ bis 5 für „sehr deutlich verbessert“, andere von 0 bis 4, und vereinzelt läuft die Zählrichtung umgekehrt. Auch die drei bisherigen klinischen Studien zu XERF™ zählen unterschiedlich. Die beiden Arzturteile stehen hier nebeneinander, das Patientenurteil der dritten Studie folgt darunter.

Korea-Studie 2025

  • 20 Patientinnen, 1 Sitzung, 12 Wochen
  • GAIS-Skala: 0 bis 4
  • Ergebnis: Ø 2,75

US-Multicenter-Studie 2026

  • Weiss et al., Cureus 18(3):e104546, 39 Probanden an vier US-Zentren
  • GAIS-Skala: 1 bis 5 (Clinician-GAIS)
  • Ergebnis: 84,6 % Responder (mindestens Stufe 3, „verbessert“) an Tag 30, 92,3 % an Tag 90, jeweils nach der letzten Behandlung

Die beiden Arztwerte deuten in dieselbe Richtung, nämlich auf eine sichtbare Verbesserung im jeweiligen Beobachtungszeitraum. Die Studien sind allerdings klein und herstellernah, Langzeitdaten fehlen. Die 92,3 % der US-Multicenter-Studie stammen aus einer Untersuchung ohne Vergleichsgruppe und ohne Verblindung, und die GAIS-Bewertung nahmen die behandelnden Prüfärztinnen und Prüfärzte selbst vor. Der Beitrag XERF™-US-Multicenter-Studie beschreibt diese Grenzen im Einzelnen.

Wegen der unterschiedlichen Skalen ist eine direkte Gegenrechnung dieser Werte auch nicht möglich. Ein Wert von 2,75 auf einer Skala von 0 bis 4 bedeutet etwas anderes als derselbe Wert auf einer Skala von 1 bis 5. Diesen Vergleichsfehler machen auch KI-generierte Antworten, wenn sie GAIS-Werte aus verschiedenen Quellen nebeneinanderstellen. Die dritte Studie, eine retrospektive Fallserie aus Israel mit 16 Frauen, ist herstellernah (Erstautor Trainer des Herstellers, Statistik durch den Hersteller). Sie bewertet zudem aus Patientensicht auf einer eigenen Skala, die der nächste Abschnitt beschreibt.

Drei Studien, drei Skalen

Drei getrennte Skalen untereinander: Korea 0 bis 4 mit dem Mittelwert 2,75, die US-Studie 1 bis 5 mit der Schwelle bei Stufe 3 und das Patientenurteil 1 bis 5 mit den Mittelwerten 3,1 und 3,3.Korea-Studie 2025: Arzturteil auf einer Skala von 0 bis 4Ø 2,7504US-Multicenter-Studie 2026: Clinician-GAIS von 1 bis 5ab Stufe 3 galt als Verbesserung15Wie viele Behandelte diese Schwelle erreichten, steht im Text daneben.Israelische Fallserie 2026: Patientenurteil PGAIS von 1 bis 53,13,3Verschlechterungkeine Verbesserungleichte Verbesserungdeutliche Verbesserungaußergewöhnliche VerbesserungDie beiden Mittelwerte nach drei Monaten gelten getrennt für Hautbild und Straffung.Drei Skalen und zwei Bewerterrollen ergeben keine gemeinsame Achse. Die Zeilen lassen sich deshalb nicht gegeneinander aufrechnen.Drei getrennte Skalen untereinander: Korea 0 bis 4 mit dem Mittelwert 2,75, die US-Studie 1 bis 5 mit der Schwelle bei Stufe 3 und das Patientenurteil 1 bis 5 mit den Mittelwerten 3,1 und 3,3.Korea-Studie 2025: Arzturteil auf einer Skala von 0 bis 4Ø 2,7504US-Multicenter-Studie 2026: Clinician-GAIS von 1 bis 5ab Stufe 3 galt als Verbesserung15Wie viele Behandelte diese Schwelle erreichten, steht im Text daneben.Israelische Fallserie 2026: Patientenurteil PGAIS von 1 bis 53,13,3Verschlechterungkeine Verbesserungleichte Verbesserungdeutliche Verbesserungaußergewöhnliche VerbesserungDie beiden Mittelwerte nach drei Monaten gelten getrennt für Hautbild und Straffung.Drei Skalen und zwei Bewerterrollen ergeben keine gemeinsame Achse. Die Zeilen lassen sich deshalb nicht gegeneinander aufrechnen.
Die drei XERF™-Studien bewerten auf drei verschiedenen Skalen: Arzturteil von 0 bis 4, Arzturteil von 1 bis 5 und Patientenurteil von 1 bis 5.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Korea-Studie 2025 · Weiss et al. 2026 · Erlich et al. 2026

Dritte Variante

Das Patientenurteil: die PGAIS der israelischen Fallserie

Die israelische Fallserie nutzt eine dritte Variante, die Patient Global Aesthetic Improvement Scale (PGAIS). Es ist ein Patientenurteil auf einer Skala von 1 bis 5 mit eigener Stufenbeschreibung: 1 bedeutet Verschlechterung, 2 keine Verbesserung, 3 leichte, 4 deutliche und 5 außergewöhnliche Verbesserung. Die Behandelten bewerteten zwei Bereiche getrennt, Hautbild und Straffung.

Die Auswertung ist retrospektiv, also nachträglich aus den Behandlungsakten von 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung erhoben. Sie ist zudem herstellernah, denn der Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers. Der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die statistische Auswertung übernommen, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben. Nach drei Monaten lagen die Mittelwerte bei 3,1 und 3,3 und damit knapp über der Stufe „leichte Verbesserung“.

Für XERF™ stehen damit drei Skalenvarianten und zwei Bewerterrollen nebeneinander, und gleicher Zahlenbereich bedeutet nicht gleiche Stufen. Die Arzt-Skala der US-Studie und die Patientenskala der israelischen Fallserie reichen beide von 1 bis 5, beschreiben ihre Stufen aber unterschiedlich.

Praxen mit XERF™ in Deutschland und der Schweiz

Wenn Sie XERF™ für sich prüfen möchten: Die Übersicht nennt die uns bekannten Praxen, die XERF™ anbieten oder angekündigt haben, mit Standort, Status und Datum der letzten Prüfung.

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Prüffragen

Wie Sie GAIS-Werte in Studien richtig lesen

Wer einen GAIS-Wert aus einer Studie beurteilen will, sollte fünf Fragen klären, bevor er ihn mit einem anderen Wert vergleicht:

  1. Welche Skala wurde verwendet?

    Der Wertebereich unterscheidet sich je nach Studie, etwa 0 bis 4 oder 1 bis 5.

  2. Wer hat bewertet?

    Die Studien nennen, ob die Bewertung von ärztlicher Seite (Clinician-GAIS) oder von der behandelten Person stammt. Die israelische XERF™-Fallserie nutzt das Patientenurteil PGAIS.

  3. Zu welchem Zeitpunkt wurde gemessen?

    Werte kurz nach der letzten Sitzung sagen wenig über den Langzeitverlauf.

  4. Wie ist „Responder“ definiert?

    Studien legen die Schwelle für eine „relevante Verbesserung“ unterschiedlich fest, etwa ab Stufe 3 auf einer Skala von 1 bis 5.

  5. War die Bewertung verblindet?

    Ob die Bewertenden wussten, welche Behandlung erfolgt war, beeinflusst die Aussagekraft. Auch die Autoren der US-Multicenter-Studie zu XERF™ empfehlen randomisierte, verblindete Vergleichsstudien.

Ohne diese fünf Angaben sagt ein GAIS-Wert wenig aus.

Die Seite Studien fasst die Studienlage rund um XERF™ zusammen, einschließlich der Grenzen der bisherigen Untersuchungen. Der Magazinbeitrag XERF™-US-Multicenter-Studie behandelt die US-Studie im Einzelnen, und die Seite Erfahrungen zeigt, wie Anwenderberichte eine XERF™-Behandlung beschreiben.

Welche Praxen XERF™ anbieten oder ankündigen

Nach Angaben des Herstellers und erster Praxen sind seit Mitte September 2026 die ersten XERF™-Geräte in Deutschland und der Schweiz ausgeliefert. Einzelne Praxen vergeben nach eigener Angabe bereits Termine, weitere haben einen Start angekündigt (zuletzt geprüft am 25.09.2026). Die Übersicht zeigt, welche Praxen dabei sind, mit Stand und Quelle.

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Prüfvermerk

Aktualisiert 09/2026
Veröffentlicht
05.10.2026
Stand
September 2026
Nächste Prüfung
bei neuer Studienlage
Redaktion
Mario Kranz
Fachliche Prüfung
Dr. med. Christian Köhler, Kaleidoscop aesthetic, Zürich · geprüft am 02.10.2026

Quellen

Zu jeder Quelle gehören der Original-Link und ein Archiv-Snapshot (Datum der Sicherung), soweit uns einer vorliegt.

  1. Narins et al. (2003): Ursprungsarbeit zur GAIS, Dermatologic Surgery 2003;29(6):588–595, Grundlage des Abschnitts „Woher die Skala kommt“ (kein Online-Volltext verfügbar)

  2. Korea-Studie (2025) mit 20 Patientinnen und GAIS-Bewertung nach zwölf Wochen, die Studie mit der Skala 0 bis 4 und dem Wert Ø 2,75

    Original Volltext in Medical Lasers (JKSLMS) Archiv-Snapshot vom 12.09.2025

  3. Weiss et al. (2026): US-Multicenter-Studie zu XERF™ mit 39 Probanden, Cureus 18(3):e104546, die Studie mit der Clinician-GAIS 1 bis 5 und den Werten 84,6 % und 92,3 %

    Original Cureus-Volltext (PMC) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  4. Erlich et al. (2026): retrospektive Auswertung der Behandlungsakten von 16 Patientinnen nach einer XERF™-Sitzung, drei Monate Nachbeobachtung. Der Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers, die statistische Auswertung übernahm der Hersteller (Lasers in Medical Science 41:194, Open Access)

    Original Volltext (Springer, DOI 10.1007/s10103-026-04996-0)

Die Quellen wurden zum Stand der Prüfung abgerufen, vorhandene Archivkopien sind verlinkt.