- Aktualisiert 09/2026
- Herstellerunabhängig
XERF™-Studien: Die aktuelle Datenlage
Bis September 2026 sind zu XERF™ sechs Arbeiten erschienen: drei klinische Studien und drei präklinische beziehungsweise anekdotische Arbeiten. Klinisch untersucht wurde XERF™ 2025 in einer Korea-Studie mit 20 Patientinnen, 2026 in einer US-Multicenter-Studie mit 39 Probanden und im selben Jahr in einer retrospektiven israelischen Fallserie mit 16 Patientinnen. Die Gewebeebene deckt eine Histologie-Studie am Schweinemodell von 2024 ab. Alle klinischen Daten stammen aus kleinen, herstellernahen Studien. Unabhängige Vergleichsstudien und Langzeitdaten fehlen.
Diese Arbeiten liegen vor
Histologie-Studie 2024
präklinisch, Schweinemodell · keine Übertragung auf klinische Wirksamkeit am Menschen
Korea-Studie 2025
20 Patientinnen, eine Sitzung, 12 Wochen · GAIS 2,75 (Skala 0 bis 4) · herstellernah
US-Multicenter-Studie 2026
39 Probanden an vier US-Zentren · Clinician-GAIS 1 bis 5 · herstellernah
Israelische Fallserie 2026
16 Patientinnen, eine Sitzung, drei Monate · nachträglich aus Behandlungsakten ausgewertet (retrospektiv) · Patientenurteil: leichte bis deutliche Verbesserung, Skala 1 bis 5 · Erstautor Trainer des Herstellers
Diese Arbeit fehlt
Randomisierte, verblindete Vergleichsstudie
liegt nicht vor. Die Studienautoren empfehlen sie selbst
XERF™-Studienlage auf einen Blick
- Studienlage
- Sechs Arbeiten
- drei klinische Studien · drei präklinische beziehungsweise anekdotische Arbeiten
- Korea-Studie 2025
- GAIS 2,75 (Skala 0 bis 4)
- 20 Patientinnen, 1 Sitzung, 12 Wochen Nachbeobachtung
- US-Multicenter-Studie 2026
- 92,3 % an Tag 90
- 39 Probanden an 4 US-Zentren · Bewertung durch die behandelnden Prüfärzte · kein Kontroll- oder Vergleichsarm, keine Verblindung
- Histologie-Studie 2024
- Schweinemodell
- Tiermodell, keine Übertragung auf klinische Wirksamkeit am Menschen
- Israelische Fallserie 2026
- Patientenurteil: leichte bis deutliche Verbesserung, Skala 1 bis 5
- 16 Patientinnen, 1 Sitzung, 3 Monate · retrospektiv, erstmals apparative Messungen · Patientenurteil auf eigener Skala (3 = leichte, 4 = deutliche Verbesserung), mit Arzturteilen nicht verrechenbar · herstellernah
- Nebenwirkungen
- Keine anhaltenden bis Tag 90
- US-Multicenter-Studie: milde, vorübergehende Rötungen und Schwellungen · Korea-Studie: keine unerwünschten Ereignisse · Israelische Fallserie: drei vorübergehende Rötungen bei 16 Frauen
- Grenzen
- Keine unabhängigen Vergleichsstudien
- kleine Stichproben, herstellernahe Studien, keine Langzeitdaten über 90 Tage hinaus
Erhebungsstand September 2026 · Belege und Einordnung in den Abschnitten unten
Überblick
Die vier zentralen Arbeiten im Überblick
Von den sechs Arbeiten zu XERF™ tragen vier die zentralen Aussagen: die Histologie-Studie am Schweinemodell von 2024 sowie die drei klinischen Untersuchungen aus Korea, den USA und Israel aus den Jahren 2025 und 2026. Die Tabelle nennt zu jeder Arbeit Design, Kernergebnis und Grenzen.
| Studie | Jahr | Design/Teilnehmerzahl | Kernergebnis | Grenzen |
|---|---|---|---|---|
| Histologie-Studie (präklinisch) | 2024 | Schweinemodell | Kollagen- und Septen-Effekte im Gewebe dokumentiert | Tiermodell, keine Übertragung auf klinische Wirksamkeit am Menschen |
| Korea-Studie | 2025 | 20 Patientinnen, 1 Sitzung, 12 Wochen Nachbeobachtung | GAIS (Skala 0–4) im Schnitt 2,75 · keine unerwünschten Ereignisse | Kleine Stichprobe, keine berichtete Kontrollgruppe, herstellernah |
| US-Multicenter-Studie (Weiss et al.) | 2026 | 39 Probanden an 4 US-Zentren | Clinician-GAIS (Skala 1–5) ≥3: 84,6 % Tag 30, 92,3 % Tag 90 | Kleine Stichprobe, kein Kontroll- oder Vergleichsarm, keine Verblindung, GAIS-Bewertung durch die behandelnden Prüfärzte selbst, Nachbeobachtung 90 Tage · von den Autoren als vorläufig eingestuft |
| Israelische Fallserie (Erlich et al.) | 2026 | 16 Patientinnen, 1 Sitzung, 3 Monate Nachbeobachtung, retrospektiv | Erstmals apparative Messungen (3D-Volumen, Augenbraue und Oberlid in Millimetern, Hautbildanalyse) · Patientenurteil (PGAIS): leichte bis deutliche Verbesserung, Skala 1 bis 5 | Retrospektiv, sehr kleine Stichprobe, kein Kontrollarm, keine Verblindung · Erstautor internationaler Trainer des Herstellers · Ethikantrag und Statistik durch den Hersteller, der nach eigener Erklärung keinen Einfluss auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript nahm · Volumenmethode laut Autoren nicht validiertes Ersatzmaß |
Präklinik
Histologie: Was im Gewebe passiert
Eine 2024 veröffentlichte Studie hat die Wirkung von XERF™ am Schweinemodell histologisch untersucht (Skin Research and Technology, PubMed 38881041). Sie dokumentiert Effekte an Kollagenfasern und im Bindegewebe, den sogenannten Septen, nach der Behandlung mit dem monopolaren Radiofrequenz-System. Solche Effekte gelten als Hinweis auf den Wirkmechanismus, mit dem eine Straffung der Haut erklärt wird.

Diese Studie ist präklinisch, also nicht am Menschen durchgeführt, und sagt für sich genommen nichts über die tatsächliche kosmetische Wirkung bei Patientinnen und Patienten aus. Eine ergänzende Arbeit von 2025 hat die Frequenz-Tiefenwirkung von XERF™ computergestützt modelliert und mit weiteren Histologie-Daten unterlegt (PMC12662868). Auch diese Untersuchung bleibt auf der Ebene von Gewebe- und Modelldaten und liefert keine klinischen Ergebnisse.
Praxen mit XERF™ in Deutschland und der Schweiz
Wenn Sie XERF™ für sich prüfen möchten: Die Übersicht nennt die uns bekannten Praxen, die XERF™ anbieten oder angekündigt haben, mit Standort, Status und Datum der letzten Prüfung.
Klinische Daten
Korea-Studie 2025
Eine 2025 veröffentlichte Studie aus Korea hat 20 Patientinnen nach einer einzelnen XERF™-Behandlung über 12 Wochen nachbeobachtet (Medical Lasers, JKSLMS). Der Behandlungserfolg wurde über die GAIS-Skala erfasst, einen ärztlichen Bewertungsmaßstab für die sichtbare Verbesserung nach ästhetischen Behandlungen. Im Schnitt erreichten die Teilnehmerinnen einen GAIS-Wert von 2,75 auf der Skala von 0 bis 4. Unerwünschte Ereignisse traten keine auf.
Die Studie ist mit 20 Teilnehmerinnen klein angelegt und stammt aus einem Umfeld mit Nähe zum Hersteller Cynosure Lutronic. Eine Kontrollgruppe, die die Ergebnisse gegen eine unbehandelte oder anders behandelte Gruppe abgleicht, wird nicht berichtet. Die Ergebnisse sind damit ein erster Hinweis, aber kein belastbarer Wirksamkeitsbeleg.
Klinische Daten
US-Multicenter-Studie 2026 (Weiss et al.)
Im März 2026 ist im Fachjournal Cureus eine Multicenter-Studie zu XERF™ erschienen (Weiss et al., Cureus 18(3):e104546). An vier US-Zentren schlossen 39 Probanden die Untersuchung ab. Zwischen den Sitzungen lagen vier Wochen. Bewertet wurde der Behandlungserfolg über die Clinician-GAIS-Skala mit Werten von 1 bis 5. Wer 3 oder höher erreichte, galt als verbessert, in der Studiensprache als Responder. Den Schmerz während der Behandlung gibt die Studie im Mittel mit 4,2 von 10 ohne Betäubung an. Im Ergebnis zeigt die Studie:
84,6 %
Tag 30 nach der letzten Behandlung
84,6 % der Teilnehmenden der US-Multicenter-Studie erreichten an Tag 30 nach der letzten Behandlung den Responder-Wert, also mindestens Stufe 3 der Clinician-GAIS.
92,3 %
Tag 90 nach der letzten Behandlung
92,3 % der Teilnehmenden, also 36 von 39, erreichten den Responder-Wert an Tag 90 nach der letzten Behandlung.
Einschränkung: bewertet von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten selbst, ohne Verblindung und ohne Vergleichsgruppe
Behandlung und Nachbeobachtung
Die Einschränkungen benennen die Autorinnen und Autoren selbst. Die Studie hatte keinen Kontroll- oder Vergleichsarm, was Rückschlüsse auf die Ursache der Veränderung begrenzt. Sie war nicht verblindet, und die GAIS-Bewertung nahmen die behandelnden Prüfärzte selbst vor, deren Erwartungen die Bewertung beeinflussen können. Die Nachbeobachtung endete 90 Tage nach der letzten Behandlung.
Hinzu kommen die kleine Stichprobe und die Nähe zum Hersteller. Der Behandlungsablauf der Studie weicht vom Protokoll ab, das der Hersteller für die Praxis empfiehlt, und beide sollten nicht gleichgesetzt werden. Die Zeitachse auf der Seite Ablauf der XERF™-Behandlung stellt die Protokolle nebeneinander.
Die Autoren bezeichnen ihre Ergebnisse als vorläufig („hypothesis-generating“) und empfehlen randomisierte, verblindete Vergleichsstudien. Die ausführliche Besprechung der US-Multicenter-Studie im Magazin geht auf Methodik, Ergebnisse und Grenzen im Detail ein.
Klinische Daten
Israel-Studie 2026 (Erlich et al.)
Eine im August 2026 veröffentlichte retrospektive Auswertung aus Israel (Erlich et al., Lasers in Medical Science 41:194) erfasst 16 Frauen nach einer einzigen XERF™-Sitzung über drei Monate. Die Frauen waren zwischen 25 und 73 Jahre alt, die Hälfte älter als 54,5 Jahre. Die Hauttypen reichten von II bis V nach Fitzpatrick, die Hauterschlaffung von leicht bis schwer.
Behandelt wurde in der Privatklinik des Erstautors im sogenannten Deep-Modus, der zwei Frequenzen hintereinander abgibt, erst 6,78 MHz, dann 2 MHz. Die Energie wurde so eingestellt, dass die Behandlung als leicht bis mäßig unangenehm empfunden wurde. Eine Betäubungscreme erhielten 4 der 16 Frauen auf Wunsch. Im unteren und mittleren Gesicht kam der Aufsatz mit 20 × 30 Millimetern zum Einsatz, an Stirn und Augenpartie zwei kleinere Aufsätze.
Erstmals gibt es zu XERF™ apparative Messungen. Die Autoren werteten das Gesichtsvolumen dreidimensional aus, maßen Augenbraue und Oberlid in Millimetern und analysierten das Hautbild automatisiert. Die Volumenmethode bezeichnen sie als indirektes, bislang nicht standardisiert validiertes Ersatzmaß. Nach drei Monaten blieb das Gesichtsvolumen insgesamt unverändert, in der Gesichtsmitte hatte es leicht abgenommen. An Augenbraue und Oberlid stiegen die Maße bei 15 ausgewerteten Patientinnen im Mittel um rund einen bis eineinhalb Millimeter, seitenungleich und zum Teil statistisch nicht signifikant. Die Hautbildanalyse zeigte Verbesserungen bei Falten, Ebenmäßigkeit, Poren und Talg, die Pigmentierung veränderte sich nicht.

Die Auswertung nutzt das Patientenurteil PGAIS (Patient Global Aesthetic Improvement Scale), eine dritte Skalenvariante von 1 bis 5, auf der 3 einer leichten und 4 einer deutlichen Verbesserung entspricht. Nach drei Monaten lag der Mittelwert für das Hautbild bei 3,1, für die Straffung bei 3,3. Der Beitrag Die GAIS-Skala verständlich erklärt zeigt, warum sich GAIS-Werte verschiedener Studien nicht verrechnen lassen. Der Schmerz unmittelbar nach der Behandlung lag im Mittel bei 4,3 von 10, fast derselbe Wert wie die 4,2 von 10 der US-Multicenter-Studie, jeweils ohne routinemäßige Betäubung.
Bei den Behandelten wurden drei vorübergehende Reaktionen festgehalten, jeweils Rötung, in einem Fall mit leichter Schwellung, längstens über zwei Tage. Thermische Schäden, bleibende Komplikationen oder Hinweise auf Fettschwund wurden nicht beobachtet, und das Gesichtsvolumen war nach drei Monaten unverändert. Die Ereignisse wurden nachträglich aus den Behandlungsakten erhoben. Bei 16 Behandelten lassen sich seltene Ereignisse nicht ausschließen.
Das Design begrenzt die Aussagekraft. Die Auswertung ist rückblickend angelegt, umfasst 16 Frauen mit einer einzigen Sitzung und drei Monaten Nachbeobachtung und hatte weder Kontrollarm noch Verblindung. Der Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers. Der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die statistische Auswertung durchgeführt, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben.
Die Autoren stufen ihre Ergebnisse als vorläufig ein und halten fest, dass sich ohne Vergleich mit Einfrequenz-Geräten keine Überlegenheit der Zwei-Frequenz-Technik ableiten lässt. Als Zielstrukturen beschreiben sie das Stützgerüst des Gesichts: die Lederhaut, die Bindegewebsstränge darunter (Retinacula cutis), die tiefe Bindegewebsschicht SMAS, die auch beim Facelift gestrafft wird, und die Haltebänder. Das ist eine Hypothese, gemessen wurde die Wirktiefe nicht. Der Erstautor beschreibt bei einer einzelnen Patientin ein Bild nach sechs Monaten. Diese Beobachtung ist ausdrücklich subjektiv, dient nur der Veranschaulichung und war nicht Teil der Auswertung.

Verträglichkeit
Nebenwirkungen in den Studien
In den bisherigen, kleinen XERF™-Studien mit 16, 20 und 39 Teilnehmenden wurden bis Tag 90 beziehungsweise bis drei Monate keine anhaltenden Nebenwirkungen dokumentiert. In der israelischen Fallserie kamen vorübergehende Rötungen vor, der Abschnitt zur Israel-Studie beschreibt sie genauer.
Die Fallserie hat 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung über drei Monate retrospektiv ausgewertet. Ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers, der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die statistische Auswertung durchgeführt, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben. Die einzelnen Quellen zu Nebenwirkungen von XERF™ berichten Folgendes:
- US-Multicenter-Studie (Weiss et al. 2026)
- keine anhaltenden Nebenwirkungen bis Tag 90 · als erwartbare, vorübergehende Begleiterscheinungen nennt die Studie milde Rötungen und Schwellungen
- Korea-Studie (2025)
- keine unerwünschten Ereignisse
- Israelische Fallserie 2026 (16 Patientinnen, 3 Monate)
- drei vorübergehende Rötungen, einmal mit leichter Schwellung, längstens zwei Tage · keine thermischen Schäden, keine bleibenden Komplikationen, kein Hinweis auf Fettschwund · retrospektiv aus den Behandlungsakten erhoben
- Anwenderberichte außerhalb der Studien
- vorübergehende Rötung, ein Wärmegefühl und leichte Schwellungen nach der Behandlung
Diese Angaben stammen aus kleinen, herstellernahen Untersuchungen ohne Langzeitdaten. Ob eine Behandlung im Einzelfall infrage kommt, klärt das ärztliche Beratungsgespräch.
Risiken und Verträglichkeit vertieft die FAQ XERF™ Nebenwirkungen.
Einordnung
Funktioniert XERF™ wirklich? Was die Daten zeigen und was nicht
Eine gesicherte Antwort lässt die heutige Datenlage nicht zu. Alle drei klinischen Arbeiten berichten kurzfristig eine Verbesserung, aber ein kontrollierter Wirksamkeitsnachweis fehlt. Ein kurzfristiger Effekt wird auf Gewebeebene berichtet, dort bislang nur im Tiermodell, und in der klinischen Bewertung am Menschen.
Die Bewertungen der Korea-Studie, der US-Multicenter-Studie und der israelischen Fallserie deuten in dieselbe Richtung. Direkt vergleichbar sind die Werte aber nicht, denn die drei Arbeiten nutzen unterschiedliche Skalenvarianten, nämlich 0 bis 4, 1 bis 5 als Arzturteil und 1 bis 5 als Patientenurteil mit eigener Stufenbeschreibung. Der Beitrag GAIS-Skala verständlich erklärt beschreibt, was die GAIS misst und warum ihre Varianten nicht vergleichbar sind.
Die israelische Fallserie hat 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung über drei Monate retrospektiv ausgewertet. Ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers. Der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die Statistik gerechnet, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben.
Die Histologie-Daten liefern einen möglichen Erklärungsansatz für den beobachteten Effekt. Dazu kommen aus der israelischen Fallserie die ersten apparativen Messungen, mit den Einschränkungen, die der Abschnitt Israel-Studie 2026 nennt.

Was die Datenlage abdeckt
Abgedeckt
Kurzfristig beobachtete Effekte
bewertet bis Tag 90 beziehungsweise drei Monate
Klinische Bewertung am Menschen
Korea-Studie, US-Multicenter-Studie und israelische Fallserie
Erste apparative Messungen
Volumen, Millimeter an Augenbraue und Oberlid, Hautbildanalyse · laut Autoren nicht standardisiert validiertes Ersatzmaß
Effekte auf Gewebeebene
bislang nur im Tiermodell
Die FDA-Clearance ist kein Wirksamkeitsbeleg, denn für sie wurden keine klinischen Prüfungen eingereicht. Der Hersteller stellt in seiner Mitteilung zur Clearance selbst klar, dass er mit „Hautstraffung“ jene Straffungseffekte meint, die über die Koagulation von Weichgewebe entstehen. Die formale Freigabe lautet auf Elektrokoagulation und Blutstillung.
Ein Anfang 2026 veröffentlichtes Paper zur Anwendung an der Augenpartie (PMC12788910) ist ausdrücklich anekdotisch angelegt und enthält keine quantitativen Ergebnisdaten. Seit August 2026 gibt es dazu erste Messwerte derselben Arbeitsgruppe aus der Israel-Studie 2026 (Erlich et al.). Augenbrauen- und Oberlidmaße stiegen dort bei 15 Patientinnen nach drei Monaten im Mittel um rund einen bis eineinhalb Millimeter, seitenungleich und ohne Kontrollgruppe. Die Selbsteinordnung der Autoren dazu steht im Abschnitt Israel-Studie 2026 (Erlich et al.) weiter oben.
Die Daten sprechen damit für einen kurzfristig berichteten Effekt. Ein kontrollierter Wirksamkeitsnachweis fehlt, und ob der Effekt auch langfristig und im Vergleich zu etablierten Verfahren Bestand hat, bleibt beim heutigen Stand der Forschung offen. Der XERF™-Überblick erklärt, wie das Verfahren grundsätzlich funktioniert und für wen es infrage kommt.
Methodik
Wie wir Studien bewerten
Wir ordnen jede Aussage zu XERF™ danach ein, ob sie unabhängig belegt, eine Herstellerangabe oder strittig ist, und benennen das im Text. Unter Über uns beschreiben wir unser Vorgehen und unsere Unabhängigkeit vom Hersteller. Bei neuer Studienlage aktualisieren wir diese Seite.
Wie wir Aussagen kennzeichnen
unabhängig belegt
Herstellerangabe
strittig
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur XERF™-Studienlage
Was bedeutet „herstellernah“ bei den XERF™-Studien?
„Herstellernah“ heißt, dass die drei klinischen Studien zu XERF™ nicht unabhängig vom Hersteller Cynosure Lutronic entstanden sind. Die Korea-Studie stammt aus einer mit ihm verbundenen Klinik. Die israelische Fallserie hat 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung über drei Monate retrospektiv ausgewertet, ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers, und der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die Statistik gerechnet. Nach eigener Erklärung hat er auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen. Der Abschnitt Funktioniert XERF™ wirklich? erklärt, was das für die Bewertung bedeutet.
Wie lange wurden die Teilnehmenden der XERF™-Studien nachbeobachtet?
Die Nachbeobachtung endete in allen drei klinischen XERF™-Studien nach rund drei Monaten. Die Korea-Studie beobachtete 12 Wochen, die US-Multicenter-Studie 90 Tage nach der letzten Behandlung, die israelische Fallserie drei Monate. Systematisch erhobene Daten über diesen Zeitraum hinaus gibt es im September 2026 nicht.
Wurden in den XERF™-Studien auch Männer untersucht?
In den Studien zu XERF™ wurden fast ausschließlich Frauen untersucht. In der US-Multicenter-Studie waren zwei der 39 Probanden Männer, die Korea-Studie und die israelische Fallserie schlossen nur Frauen ein. Belastbare Aussagen speziell für Männer erlauben die Daten nicht.
Für welche Hauttypen liegen Daten zu XERF™ vor?
In den klinischen Studien zu XERF™ sind die Hauttypen I bis V nach Fitzpatrick vertreten, einer Skala von sehr hell bis sehr dunkel. Die US-Multicenter-Studie schloss die Typen I bis IV ein, die israelische Fallserie die Typen II bis V. Der dunkelste Typ VI wurde in keiner Studie untersucht. Die FAQ Für wen ist XERF™ geeignet? behandelt die Eignung im Einzelnen.
Welche Praxen XERF™ anbieten oder ankündigen
Nach Angaben des Herstellers und erster Praxen sind seit Mitte September 2026 die ersten XERF™-Geräte in Deutschland und der Schweiz ausgeliefert. Einzelne Praxen vergeben nach eigener Angabe bereits Termine, weitere haben einen Start angekündigt (zuletzt geprüft am 25.09.2026). Die Übersicht zeigt, welche Praxen dabei sind, mit Stand und Quelle.
Prüfvermerk
Aktualisiert 09/2026- Stand
- September 2026
- Nächste Prüfung
- bei neuer Studienlage · quartalsweiser Literatur-Scan
- Redaktion
- Mario Kranz
- Fachliche Prüfung
- Dr. med. Christian Köhler, Kaleidoscop aesthetic, Zürich · geprüft am 02.10.2026
Quellen
Zu jeder Quelle gehören der Original-Link und, sofern vorhanden, ein Archiv-Snapshot (Datum der Sicherung).
Histologie-Studie im Schweinemodell (2024), Skin Research and Technology, PubMed 38881041
Original Volltext (PMC11180671) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
Korea-Studie (2025): 20 Patientinnen, eine Sitzung, GAIS-Bewertung nach zwölf Wochen (Medical Lasers, JKSLMS)
Original Volltext in Medical Lasers (JKSLMS) Archiv-Snapshot vom 12.09.2025
Weiss et al. (2026): US-Multicenter-Studie zu XERF™, 39 Probanden an vier US-Zentren (Cureus 18(3):e104546)
Original Cureus-Volltext (PMC13040610) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
Erlich et al. (2026): retrospektive Auswertung von 16 Patientinnen nach einer XERF™-Sitzung, drei Monate Nachbeobachtung (Lasers in Medical Science 41:194, Open Access)
Original Volltext (Springer, DOI 10.1007/s10103-026-04996-0)
Computergestützte Modellierung der Frequenz-Tiefenwirkung mit ergänzenden Histologie-Daten (2025)
Original Volltext (PMC12662868) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
Anekdotisch angelegtes Paper zur Anwendung an der Augenpartie (Anfang 2026), ohne quantitative Ergebnisdaten
Original Volltext (PMC12788910)
US-Behörde FDA: 510(k)-Clearance K251327, gestützt auf die Gleichartigkeit mit dem Vergleichsgerät Thermage FLX · für die Clearance wurden keine klinischen Prüfungen eingereicht
Original FDA-Datenbank K251327 Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
US-Behörde FDA: Rückruf der Klasse 2 für den XERF™-Applikator EFFECTOR 60 (Aktenzeichen Z-0146-2026, Recall-ID 216122)
Original FDA-Rückrufdatenbank Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
Die Quellen wurden zum Stand der Prüfung abgerufen, vorhandene Archivkopien sind verlinkt.