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  • Aktualisiert 09/2026
  • Herstellerunabhängig

XERF™-Studien: Die aktuelle Datenlage

Bis September 2026 sind zu XERF™ sechs Arbeiten erschienen: drei klinische Studien und drei präklinische beziehungsweise anekdotische Arbeiten. Klinisch untersucht wurde XERF™ 2025 in einer Korea-Studie mit 20 Patientinnen, 2026 in einer US-Multicenter-Studie mit 39 Probanden und im selben Jahr in einer retrospektiven israelischen Fallserie mit 16 Patientinnen. Die Gewebeebene deckt eine Histologie-Studie am Schweinemodell von 2024 ab. Alle klinischen Daten stammen aus kleinen, herstellernahen Studien. Unabhängige Vergleichsstudien und Langzeitdaten fehlen.

Redaktion Mario Kranz · Stand September 2026 · Fachlich geprüft von Dr. med. Christian Köhler

Diese Arbeiten liegen vor

  • Histologie-Studie 2024

    präklinisch, Schweinemodell · keine Übertragung auf klinische Wirksamkeit am Menschen

  • Korea-Studie 2025

    20 Patientinnen, eine Sitzung, 12 Wochen · GAIS 2,75 (Skala 0 bis 4) · herstellernah

  • US-Multicenter-Studie 2026

    39 Probanden an vier US-Zentren · Clinician-GAIS 1 bis 5 · herstellernah

  • Israelische Fallserie 2026

    16 Patientinnen, eine Sitzung, drei Monate · nachträglich aus Behandlungsakten ausgewertet (retrospektiv) · Patientenurteil: leichte bis deutliche Verbesserung, Skala 1 bis 5 · Erstautor Trainer des Herstellers

Diese Arbeit fehlt

  • Randomisierte, verblindete Vergleichsstudie

    liegt nicht vor. Die Studienautoren empfehlen sie selbst

Diese vier Arbeiten tragen die klinische und die Gewebeebene. Hinzu kommen eine computergestützte Modellierung der Frequenz-Tiefenwirkung von 2025 und ein anekdotisches Paper zur Augenpartie von Anfang 2026. Eine randomisierte, verblindete Vergleichsstudie fehlt.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Histologie-Studie 2024, Korea-Studie 2025, Weiss et al. 2026, Erlich et al. 2026 · Erhebungsstand September 2026

XERF™-Studienlage auf einen Blick

Studienlage
Sechs Arbeiten
drei klinische Studien · drei präklinische beziehungsweise anekdotische Arbeiten
Korea-Studie 2025
GAIS 2,75 (Skala 0 bis 4)
20 Patientinnen, 1 Sitzung, 12 Wochen Nachbeobachtung
US-Multicenter-Studie 2026
92,3 % an Tag 90
39 Probanden an 4 US-Zentren · Bewertung durch die behandelnden Prüfärzte · kein Kontroll- oder Vergleichsarm, keine Verblindung
Histologie-Studie 2024
Schweinemodell
Tiermodell, keine Übertragung auf klinische Wirksamkeit am Menschen
Israelische Fallserie 2026
Patientenurteil: leichte bis deutliche Verbesserung, Skala 1 bis 5
16 Patientinnen, 1 Sitzung, 3 Monate · retrospektiv, erstmals apparative Messungen · Patientenurteil auf eigener Skala (3 = leichte, 4 = deutliche Verbesserung), mit Arzturteilen nicht verrechenbar · herstellernah
Nebenwirkungen
Keine anhaltenden bis Tag 90
US-Multicenter-Studie: milde, vorübergehende Rötungen und Schwellungen · Korea-Studie: keine unerwünschten Ereignisse · Israelische Fallserie: drei vorübergehende Rötungen bei 16 Frauen
Grenzen
Keine unabhängigen Vergleichsstudien
kleine Stichproben, herstellernahe Studien, keine Langzeitdaten über 90 Tage hinaus

Erhebungsstand September 2026 · Belege und Einordnung in den Abschnitten unten

Überblick

Die vier zentralen Arbeiten im Überblick

Von den sechs Arbeiten zu XERF™ tragen vier die zentralen Aussagen: die Histologie-Studie am Schweinemodell von 2024 sowie die drei klinischen Untersuchungen aus Korea, den USA und Israel aus den Jahren 2025 und 2026. Die Tabelle nennt zu jeder Arbeit Design, Kernergebnis und Grenzen.

Die vier zentralen XERF™-Arbeiten im Überblick
StudieJahrDesign/TeilnehmerzahlKernergebnisGrenzen
Histologie-Studie (präklinisch)2024SchweinemodellKollagen- und Septen-Effekte im Gewebe dokumentiertTiermodell, keine Übertragung auf klinische Wirksamkeit am Menschen
Korea-Studie202520 Patientinnen, 1 Sitzung, 12 Wochen NachbeobachtungGAIS (Skala 0–4) im Schnitt 2,75 · keine unerwünschten EreignisseKleine Stichprobe, keine berichtete Kontrollgruppe, herstellernah
US-Multicenter-Studie (Weiss et al.)202639 Probanden an 4 US-ZentrenClinician-GAIS (Skala 1–5) ≥3: 84,6 % Tag 30, 92,3 % Tag 90Kleine Stichprobe, kein Kontroll- oder Vergleichsarm, keine Verblindung, GAIS-Bewertung durch die behandelnden Prüfärzte selbst, Nachbeobachtung 90 Tage · von den Autoren als vorläufig eingestuft
Israelische Fallserie (Erlich et al.)202616 Patientinnen, 1 Sitzung, 3 Monate Nachbeobachtung, retrospektivErstmals apparative Messungen (3D-Volumen, Augenbraue und Oberlid in Millimetern, Hautbildanalyse) · Patientenurteil (PGAIS): leichte bis deutliche Verbesserung, Skala 1 bis 5Retrospektiv, sehr kleine Stichprobe, kein Kontrollarm, keine Verblindung · Erstautor internationaler Trainer des Herstellers · Ethikantrag und Statistik durch den Hersteller, der nach eigener Erklärung keinen Einfluss auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript nahm · Volumenmethode laut Autoren nicht validiertes Ersatzmaß

Präklinik

Histologie: Was im Gewebe passiert

Eine 2024 veröffentlichte Studie hat die Wirkung von XERF™ am Schweinemodell histologisch untersucht (Skin Research and Technology, PubMed 38881041). Sie dokumentiert Effekte an Kollagenfasern und im Bindegewebe, den sogenannten Septen, nach der Behandlung mit dem monopolaren Radiofrequenz-System. Solche Effekte gelten als Hinweis auf den Wirkmechanismus, mit dem eine Straffung der Haut erklärt wird.

Kollagenfasern der Dermis und Septen im Unterhautfettgewebe, wie sie die Histologie-Studie im Schweinemodell untersucht hat.
SchemaDie Histologie-Daten zu XERF™ stammen aus dem Schweinemodell und beschreiben Kollagenfasern und Septen im Unterhautgewebe. Auf die kosmetische Wirkung beim Menschen sind sie nicht übertragbar.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Histologie-Studie 2024, Schweinemodell (PMC11180671) · keine Übertragung auf die Wirkung beim MenschenIn voller Größe öffnen

Diese Studie ist präklinisch, also nicht am Menschen durchgeführt, und sagt für sich genommen nichts über die tatsächliche kosmetische Wirkung bei Patientinnen und Patienten aus. Eine ergänzende Arbeit von 2025 hat die Frequenz-Tiefenwirkung von XERF™ computergestützt modelliert und mit weiteren Histologie-Daten unterlegt (PMC12662868). Auch diese Untersuchung bleibt auf der Ebene von Gewebe- und Modelldaten und liefert keine klinischen Ergebnisse.

Praxen mit XERF™ in Deutschland und der Schweiz

Wenn Sie XERF™ für sich prüfen möchten: Die Übersicht nennt die uns bekannten Praxen, die XERF™ anbieten oder angekündigt haben, mit Standort, Status und Datum der letzten Prüfung.

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Klinische Daten

Korea-Studie 2025

Eine 2025 veröffentlichte Studie aus Korea hat 20 Patientinnen nach einer einzelnen XERF™-Behandlung über 12 Wochen nachbeobachtet (Medical Lasers, JKSLMS). Der Behandlungserfolg wurde über die GAIS-Skala erfasst, einen ärztlichen Bewertungsmaßstab für die sichtbare Verbesserung nach ästhetischen Behandlungen. Im Schnitt erreichten die Teilnehmerinnen einen GAIS-Wert von 2,75 auf der Skala von 0 bis 4. Unerwünschte Ereignisse traten keine auf.

Die Studie ist mit 20 Teilnehmerinnen klein angelegt und stammt aus einem Umfeld mit Nähe zum Hersteller Cynosure Lutronic. Eine Kontrollgruppe, die die Ergebnisse gegen eine unbehandelte oder anders behandelte Gruppe abgleicht, wird nicht berichtet. Die Ergebnisse sind damit ein erster Hinweis, aber kein belastbarer Wirksamkeitsbeleg.

Klinische Daten

US-Multicenter-Studie 2026 (Weiss et al.)

Im März 2026 ist im Fachjournal Cureus eine Multicenter-Studie zu XERF™ erschienen (Weiss et al., Cureus 18(3):e104546). An vier US-Zentren schlossen 39 Probanden die Untersuchung ab. Zwischen den Sitzungen lagen vier Wochen. Bewertet wurde der Behandlungserfolg über die Clinician-GAIS-Skala mit Werten von 1 bis 5. Wer 3 oder höher erreichte, galt als verbessert, in der Studiensprache als Responder. Den Schmerz während der Behandlung gibt die Studie im Mittel mit 4,2 von 10 ohne Betäubung an. Im Ergebnis zeigt die Studie:

  • 84,6 %

    Tag 30 nach der letzten Behandlung

    84,6 % der Teilnehmenden der US-Multicenter-Studie erreichten an Tag 30 nach der letzten Behandlung den Responder-Wert, also mindestens Stufe 3 der Clinician-GAIS.

  • 92,3 %

    Tag 90 nach der letzten Behandlung

    92,3 % der Teilnehmenden, also 36 von 39, erreichten den Responder-Wert an Tag 90 nach der letzten Behandlung.

    Einschränkung: bewertet von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten selbst, ohne Verblindung und ohne Vergleichsgruppe

Behandlung und Nachbeobachtung

Zeitachse der US-Multicenter-Studie mit zwei Sitzungen im Abstand von vier Wochen und Bewertungen an Tag 30 und Tag 90 nach der letzten Behandlung, danach ein gestrichelter Abschnitt ohne Daten.Studienprotokoll der US-Multicenter-StudieSitzung 1Sitzung 2vier Wochen späterTag 30nach letzter SitzungTag 90Ende der Nachbeobachtungkeine Daten über Tag 90 hinausNachbeobachtung ab der letzten BehandlungDie Abstände sind maßstäblich. Die Achse läuft über das Ende der Nachbeobachtung hinaus, um die Datenlücke zu zeigen.Zeitachse der US-Multicenter-Studie mit zwei Sitzungen im Abstand von vier Wochen und Bewertungen an Tag 30 und Tag 90 nach der letzten Behandlung, danach ein gestrichelter Abschnitt ohne Daten.Studienprotokoll der US-Multicenter-StudieSitzung 1Sitzung 2vier Wochen späterTag 30nach letzter SitzungTag 90Ende der NachbeobachtungNachbeobachtung ab der letzten Behandlungkeine Daten über Tag 90 hinausDie Abstände sind maßstäblich. Die Achse läuft über das Ende der Nachbeobachtung hinaus, um die Datenlücke zu zeigen.
Zwei Sitzungen im Abstand von vier Wochen, danach die Bewertungen an Tag 30 und Tag 90 nach der letzten Behandlung. Über Tag 90 hinaus gibt es keine Daten.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Weiss et al. 2026

Die Einschränkungen benennen die Autorinnen und Autoren selbst. Die Studie hatte keinen Kontroll- oder Vergleichsarm, was Rückschlüsse auf die Ursache der Veränderung begrenzt. Sie war nicht verblindet, und die GAIS-Bewertung nahmen die behandelnden Prüfärzte selbst vor, deren Erwartungen die Bewertung beeinflussen können. Die Nachbeobachtung endete 90 Tage nach der letzten Behandlung.

Hinzu kommen die kleine Stichprobe und die Nähe zum Hersteller. Der Behandlungsablauf der Studie weicht vom Protokoll ab, das der Hersteller für die Praxis empfiehlt, und beide sollten nicht gleichgesetzt werden. Die Zeitachse auf der Seite Ablauf der XERF™-Behandlung stellt die Protokolle nebeneinander.

Die Autoren bezeichnen ihre Ergebnisse als vorläufig („hypothesis-generating“) und empfehlen randomisierte, verblindete Vergleichsstudien. Die ausführliche Besprechung der US-Multicenter-Studie im Magazin geht auf Methodik, Ergebnisse und Grenzen im Detail ein.

Klinische Daten

Israel-Studie 2026 (Erlich et al.)

Eine im August 2026 veröffentlichte retrospektive Auswertung aus Israel (Erlich et al., Lasers in Medical Science 41:194) erfasst 16 Frauen nach einer einzigen XERF™-Sitzung über drei Monate. Die Frauen waren zwischen 25 und 73 Jahre alt, die Hälfte älter als 54,5 Jahre. Die Hauttypen reichten von II bis V nach Fitzpatrick, die Hauterschlaffung von leicht bis schwer.

Behandelt wurde in der Privatklinik des Erstautors im sogenannten Deep-Modus, der zwei Frequenzen hintereinander abgibt, erst 6,78 MHz, dann 2 MHz. Die Energie wurde so eingestellt, dass die Behandlung als leicht bis mäßig unangenehm empfunden wurde. Eine Betäubungscreme erhielten 4 der 16 Frauen auf Wunsch. Im unteren und mittleren Gesicht kam der Aufsatz mit 20 × 30 Millimetern zum Einsatz, an Stirn und Augenpartie zwei kleinere Aufsätze.

Erstmals gibt es zu XERF™ apparative Messungen. Die Autoren werteten das Gesichtsvolumen dreidimensional aus, maßen Augenbraue und Oberlid in Millimetern und analysierten das Hautbild automatisiert. Die Volumenmethode bezeichnen sie als indirektes, bislang nicht standardisiert validiertes Ersatzmaß. Nach drei Monaten blieb das Gesichtsvolumen insgesamt unverändert, in der Gesichtsmitte hatte es leicht abgenommen. An Augenbraue und Oberlid stiegen die Maße bei 15 ausgewerteten Patientinnen im Mittel um rund einen bis eineinhalb Millimeter, seitenungleich und zum Teil statistisch nicht signifikant. Die Hautbildanalyse zeigte Verbesserungen bei Falten, Ebenmäßigkeit, Poren und Talg, die Pigmentierung veränderte sich nicht.

Augenpartie mit den drei Messstrecken der israelischen Fallserie: Augenbrauenhöhe über der Pupillenmitte, am äußeren Lidwinkel und Höhe der Oberlidfalte.
SchemaSo wurde in der israelischen Fallserie 2026 gemessen: Augenbrauenhöhe über der Pupillenmitte und am äußeren Lidwinkel sowie die Höhe der Oberlidfalte, bei 15 Patientinnen, retrospektiv und ohne Kontrollgruppe.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Messstrecken nach Erlich et al. 2026 (15 Patientinnen, retrospektiv) · keine Aussage zur WirkungIn voller Größe öffnen

Die Auswertung nutzt das Patientenurteil PGAIS (Patient Global Aesthetic Improvement Scale), eine dritte Skalenvariante von 1 bis 5, auf der 3 einer leichten und 4 einer deutlichen Verbesserung entspricht. Nach drei Monaten lag der Mittelwert für das Hautbild bei 3,1, für die Straffung bei 3,3. Der Beitrag Die GAIS-Skala verständlich erklärt zeigt, warum sich GAIS-Werte verschiedener Studien nicht verrechnen lassen. Der Schmerz unmittelbar nach der Behandlung lag im Mittel bei 4,3 von 10, fast derselbe Wert wie die 4,2 von 10 der US-Multicenter-Studie, jeweils ohne routinemäßige Betäubung.

Bei den Behandelten wurden drei vorübergehende Reaktionen festgehalten, jeweils Rötung, in einem Fall mit leichter Schwellung, längstens über zwei Tage. Thermische Schäden, bleibende Komplikationen oder Hinweise auf Fettschwund wurden nicht beobachtet, und das Gesichtsvolumen war nach drei Monaten unverändert. Die Ereignisse wurden nachträglich aus den Behandlungsakten erhoben. Bei 16 Behandelten lassen sich seltene Ereignisse nicht ausschließen.

Das Design begrenzt die Aussagekraft. Die Auswertung ist rückblickend angelegt, umfasst 16 Frauen mit einer einzigen Sitzung und drei Monaten Nachbeobachtung und hatte weder Kontrollarm noch Verblindung. Der Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers. Der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die statistische Auswertung durchgeführt, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben.

Die Autoren stufen ihre Ergebnisse als vorläufig ein und halten fest, dass sich ohne Vergleich mit Einfrequenz-Geräten keine Überlegenheit der Zwei-Frequenz-Technik ableiten lässt. Als Zielstrukturen beschreiben sie das Stützgerüst des Gesichts: die Lederhaut, die Bindegewebsstränge darunter (Retinacula cutis), die tiefe Bindegewebsschicht SMAS, die auch beim Facelift gestrafft wird, und die Haltebänder. Das ist eine Hypothese, gemessen wurde die Wirktiefe nicht. Der Erstautor beschreibt bei einer einzelnen Patientin ein Bild nach sechs Monaten. Diese Beobachtung ist ausdrücklich subjektiv, dient nur der Veranschaulichung und war nicht Teil der Auswertung.

Stützstrukturen des Gesichts im Querschnitt: Dermis, Retinacula cutis, Unterhautfettgewebe, SMAS, Haltebänder, Knochen.
SchemaDas Stützgerüst des Gesichts, das die Autoren der israelischen Fallserie als Zielstruktur beschreiben: Dermis, Bindegewebsstränge, SMAS und Haltebänder. Ob und wie tief die Energie dort wirkt, ist eine Hypothese der Autoren und wurde nicht gemessen.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Anatomie der Stützstrukturen · als Zielstruktur beschrieben in Erlich et al. 2026 (Hypothese, nicht gemessen)In voller Größe öffnen

Verträglichkeit

Nebenwirkungen in den Studien

In den bisherigen, kleinen XERF™-Studien mit 16, 20 und 39 Teilnehmenden wurden bis Tag 90 beziehungsweise bis drei Monate keine anhaltenden Nebenwirkungen dokumentiert. In der israelischen Fallserie kamen vorübergehende Rötungen vor, der Abschnitt zur Israel-Studie beschreibt sie genauer.

Die Fallserie hat 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung über drei Monate retrospektiv ausgewertet. Ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers, der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die statistische Auswertung durchgeführt, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben. Die einzelnen Quellen zu Nebenwirkungen von XERF™ berichten Folgendes:

US-Multicenter-Studie (Weiss et al. 2026)
keine anhaltenden Nebenwirkungen bis Tag 90 · als erwartbare, vorübergehende Begleiterscheinungen nennt die Studie milde Rötungen und Schwellungen
Korea-Studie (2025)
keine unerwünschten Ereignisse
Israelische Fallserie 2026 (16 Patientinnen, 3 Monate)
drei vorübergehende Rötungen, einmal mit leichter Schwellung, längstens zwei Tage · keine thermischen Schäden, keine bleibenden Komplikationen, kein Hinweis auf Fettschwund · retrospektiv aus den Behandlungsakten erhoben
Anwenderberichte außerhalb der Studien
vorübergehende Rötung, ein Wärmegefühl und leichte Schwellungen nach der Behandlung

Diese Angaben stammen aus kleinen, herstellernahen Untersuchungen ohne Langzeitdaten. Ob eine Behandlung im Einzelfall infrage kommt, klärt das ärztliche Beratungsgespräch.

Risiken und Verträglichkeit vertieft die FAQ XERF™ Nebenwirkungen.

Einordnung

Funktioniert XERF™ wirklich? Was die Daten zeigen und was nicht

Eine gesicherte Antwort lässt die heutige Datenlage nicht zu. Alle drei klinischen Arbeiten berichten kurzfristig eine Verbesserung, aber ein kontrollierter Wirksamkeitsnachweis fehlt. Ein kurzfristiger Effekt wird auf Gewebeebene berichtet, dort bislang nur im Tiermodell, und in der klinischen Bewertung am Menschen.

Die Bewertungen der Korea-Studie, der US-Multicenter-Studie und der israelischen Fallserie deuten in dieselbe Richtung. Direkt vergleichbar sind die Werte aber nicht, denn die drei Arbeiten nutzen unterschiedliche Skalenvarianten, nämlich 0 bis 4, 1 bis 5 als Arzturteil und 1 bis 5 als Patientenurteil mit eigener Stufenbeschreibung. Der Beitrag GAIS-Skala verständlich erklärt beschreibt, was die GAIS misst und warum ihre Varianten nicht vergleichbar sind.

Die israelische Fallserie hat 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung über drei Monate retrospektiv ausgewertet. Ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers. Der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die Statistik gerechnet, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben.

Die Histologie-Daten liefern einen möglichen Erklärungsansatz für den beobachteten Effekt. Dazu kommen aus der israelischen Fallserie die ersten apparativen Messungen, mit den Einschränkungen, die der Abschnitt Israel-Studie 2026 nennt.

Was zu XERF gemessen wurde: Oberflächentemperatur, Gesichtsvolumen, Augenbraue und Oberlid am Menschen, Kollagen nur im Tiermodell, Wirktiefe beim Menschen nicht.
SchemaWas die vorliegenden Arbeiten tatsächlich gemessen haben, und was nicht: Am Menschen liegen Oberflächen-, Volumen- und Millimetermessungen vor, Gewebebefunde nur aus dem Schweinemodell. Die Wirktiefe im Gewebe wurde beim Menschen nicht gemessen.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Messebenen laut Weiss et al. 2026, Erlich et al. 2026 und Histologie-Studie 2024 · keine Aussage zur WirkungIn voller Größe öffnen

Was die Datenlage abdeckt

Abgedeckt

  • Kurzfristig beobachtete Effekte

    bewertet bis Tag 90 beziehungsweise drei Monate

  • Klinische Bewertung am Menschen

    Korea-Studie, US-Multicenter-Studie und israelische Fallserie

  • Erste apparative Messungen

    Volumen, Millimeter an Augenbraue und Oberlid, Hautbildanalyse · laut Autoren nicht standardisiert validiertes Ersatzmaß

  • Effekte auf Gewebeebene

    bislang nur im Tiermodell

Die vorliegenden Daten decken kurzfristige Effekte und die Verträglichkeit in kleinen Gruppen ab. Was fehlt, nennt die Liste darüber.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Korea-Studie 2025, Weiss et al. 2026, Erlich et al. 2026, Histologie-Studie 2024 · Erhebungsstand September 2026

Die FDA-Clearance ist kein Wirksamkeitsbeleg, denn für sie wurden keine klinischen Prüfungen eingereicht. Der Hersteller stellt in seiner Mitteilung zur Clearance selbst klar, dass er mit „Hautstraffung“ jene Straffungseffekte meint, die über die Koagulation von Weichgewebe entstehen. Die formale Freigabe lautet auf Elektrokoagulation und Blutstillung.

Ein Anfang 2026 veröffentlichtes Paper zur Anwendung an der Augenpartie (PMC12788910) ist ausdrücklich anekdotisch angelegt und enthält keine quantitativen Ergebnisdaten. Seit August 2026 gibt es dazu erste Messwerte derselben Arbeitsgruppe aus der Israel-Studie 2026 (Erlich et al.). Augenbrauen- und Oberlidmaße stiegen dort bei 15 Patientinnen nach drei Monaten im Mittel um rund einen bis eineinhalb Millimeter, seitenungleich und ohne Kontrollgruppe. Die Selbsteinordnung der Autoren dazu steht im Abschnitt Israel-Studie 2026 (Erlich et al.) weiter oben.

Die Daten sprechen damit für einen kurzfristig berichteten Effekt. Ein kontrollierter Wirksamkeitsnachweis fehlt, und ob der Effekt auch langfristig und im Vergleich zu etablierten Verfahren Bestand hat, bleibt beim heutigen Stand der Forschung offen. Der XERF™-Überblick erklärt, wie das Verfahren grundsätzlich funktioniert und für wen es infrage kommt.

Methodik

Wie wir Studien bewerten

Wir ordnen jede Aussage zu XERF™ danach ein, ob sie unabhängig belegt, eine Herstellerangabe oder strittig ist, und benennen das im Text. Unter Über uns beschreiben wir unser Vorgehen und unsere Unabhängigkeit vom Hersteller. Bei neuer Studienlage aktualisieren wir diese Seite.

Wie wir Aussagen kennzeichnen

  • unabhängig belegt

  • Herstellerangabe

  • strittig

Im Text steht an der Aussage, ob sie unabhängig belegt, eine Herstellerangabe oder strittig ist.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Redaktionelle Kennzeichnung dieses Portals

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur XERF™-Studienlage

Was bedeutet „herstellernah“ bei den XERF™-Studien?

„Herstellernah“ heißt, dass die drei klinischen Studien zu XERF™ nicht unabhängig vom Hersteller Cynosure Lutronic entstanden sind. Die Korea-Studie stammt aus einer mit ihm verbundenen Klinik. Die israelische Fallserie hat 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung über drei Monate retrospektiv ausgewertet, ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers, und der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die Statistik gerechnet. Nach eigener Erklärung hat er auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen. Der Abschnitt Funktioniert XERF™ wirklich? erklärt, was das für die Bewertung bedeutet.

Wie lange wurden die Teilnehmenden der XERF™-Studien nachbeobachtet?

Die Nachbeobachtung endete in allen drei klinischen XERF™-Studien nach rund drei Monaten. Die Korea-Studie beobachtete 12 Wochen, die US-Multicenter-Studie 90 Tage nach der letzten Behandlung, die israelische Fallserie drei Monate. Systematisch erhobene Daten über diesen Zeitraum hinaus gibt es im September 2026 nicht.

Wurden in den XERF™-Studien auch Männer untersucht?

In den Studien zu XERF™ wurden fast ausschließlich Frauen untersucht. In der US-Multicenter-Studie waren zwei der 39 Probanden Männer, die Korea-Studie und die israelische Fallserie schlossen nur Frauen ein. Belastbare Aussagen speziell für Männer erlauben die Daten nicht.

Für welche Hauttypen liegen Daten zu XERF™ vor?

In den klinischen Studien zu XERF™ sind die Hauttypen I bis V nach Fitzpatrick vertreten, einer Skala von sehr hell bis sehr dunkel. Die US-Multicenter-Studie schloss die Typen I bis IV ein, die israelische Fallserie die Typen II bis V. Der dunkelste Typ VI wurde in keiner Studie untersucht. Die FAQ Für wen ist XERF™ geeignet? behandelt die Eignung im Einzelnen.

Welche Praxen XERF™ anbieten oder ankündigen

Nach Angaben des Herstellers und erster Praxen sind seit Mitte September 2026 die ersten XERF™-Geräte in Deutschland und der Schweiz ausgeliefert. Einzelne Praxen vergeben nach eigener Angabe bereits Termine, weitere haben einen Start angekündigt (zuletzt geprüft am 25.09.2026). Die Übersicht zeigt, welche Praxen dabei sind, mit Stand und Quelle.

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Prüfvermerk

Aktualisiert 09/2026
Stand
September 2026
Nächste Prüfung
bei neuer Studienlage · quartalsweiser Literatur-Scan
Redaktion
Mario Kranz
Fachliche Prüfung
Dr. med. Christian Köhler, Kaleidoscop aesthetic, Zürich · geprüft am 02.10.2026

Quellen

Zu jeder Quelle gehören der Original-Link und, sofern vorhanden, ein Archiv-Snapshot (Datum der Sicherung).

  1. Histologie-Studie im Schweinemodell (2024), Skin Research and Technology, PubMed 38881041

    Original Volltext (PMC11180671) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  2. Korea-Studie (2025): 20 Patientinnen, eine Sitzung, GAIS-Bewertung nach zwölf Wochen (Medical Lasers, JKSLMS)

    Original Volltext in Medical Lasers (JKSLMS) Archiv-Snapshot vom 12.09.2025

  3. Weiss et al. (2026): US-Multicenter-Studie zu XERF™, 39 Probanden an vier US-Zentren (Cureus 18(3):e104546)

    Original Cureus-Volltext (PMC13040610) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  4. Erlich et al. (2026): retrospektive Auswertung von 16 Patientinnen nach einer XERF™-Sitzung, drei Monate Nachbeobachtung (Lasers in Medical Science 41:194, Open Access)

    Original Volltext (Springer, DOI 10.1007/s10103-026-04996-0)

  5. Computergestützte Modellierung der Frequenz-Tiefenwirkung mit ergänzenden Histologie-Daten (2025)

    Original Volltext (PMC12662868) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  6. Anekdotisch angelegtes Paper zur Anwendung an der Augenpartie (Anfang 2026), ohne quantitative Ergebnisdaten

    Original Volltext (PMC12788910)

  7. US-Behörde FDA: 510(k)-Clearance K251327, gestützt auf die Gleichartigkeit mit dem Vergleichsgerät Thermage FLX · für die Clearance wurden keine klinischen Prüfungen eingereicht

    Original FDA-Datenbank K251327 Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  8. US-Behörde FDA: Rückruf der Klasse 2 für den XERF™-Applikator EFFECTOR 60 (Aktenzeichen Z-0146-2026, Recall-ID 216122)

    Original FDA-Rückrufdatenbank Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

Die Quellen wurden zum Stand der Prüfung abgerufen, vorhandene Archivkopien sind verlinkt.