- Aktualisiert 09/2026
- Herstellerunabhängig
Welche Nebenwirkungen hat XERF™?
In den drei vorliegenden Studien zu XERF™ mit 39, 20 und 16 Behandelten, alle klein und aus dem Umfeld des Herstellers, traten bis zum Ende der Nachbeobachtung nach rund drei Monaten keine anhaltenden Nebenwirkungen auf. Dokumentiert sind milde, vorübergehende Rötungen und Schwellungen. Anwenderberichte beschreiben zusätzlich ein Wärmegefühl. Nebenwirkungsfrei ist die Behandlung damit nicht, und Langzeitdaten über 90 Tage hinaus fehlen.

XERF™-Nebenwirkungen: kurz gesagt
- Studien bis Tag 90
- Bis Tag 90 keine anhaltenden dokumentiert
- in der israelischen Fallserie kein Hinweis auf Fettschwund · Erstautor Trainer des Herstellers, Statistik durch den Hersteller
- Direkt nach der Sitzung
- Rötung und Schwellung möglich
- von der Weiss-Studie als erwartbare, milde Begleiterscheinung eingeordnet, die von allein abklingt
- Anwenderberichte
- Wärmegefühl
- zusätzlich beschrieben, in den Studien nicht separat erfasst
- Andere monopolare RF-Geräte (nicht XERF™)
- Verbrennungen zweiten Grades in 2,7 % bzw. 0,4 % der ausgewerteten Sitzungen
- aus Auswertungen von 2007 und 2010. Für XERF™ gibt es keine solchen Zahlen.
- FDA-Rückruf 2025
- Applikator EFFECTOR 60
- Rückruf der Klasse 2 (Z-0146-2026) für Applikatoren aus dem Fertigungszeitraum 01.04.2025 bis 20.08.2025
- Langzeitdaten
- Liegen bisher nicht vor
- der Beobachtungshorizont der drei Studien endet bei 90 Tagen beziehungsweise drei Monaten
Erhebungsstand September 2026 · Belege und Einordnung in den Abschnitten unten
Studienlage
Was die Studien dokumentieren
Drei der vier vorliegenden Arbeiten sind klinische Studien und liefern damit Sicherheitsdaten zu XERF™. Die vierte ist eine Histologie-Untersuchung im Schweinemodell ohne Patientendaten. Die drei klinischen Studien sind die US-Multicenter-Studie von Weiss und Kollegen, veröffentlicht am 02.03.2026 in Cureus 18(3):e104546, eine koreanische Studie in Med Lasers 2025;14(1):23–30 und eine israelische Fallserie von Erlich et al. in Lasers in Medical Science 2026. Die Fallserie hat 16 Frauen nach je einer Sitzung über drei Monate nachträglich aus den Behandlungsakten ausgewertet.
| Merkmal | Weiss et al. 2026 (USA) | Koreanische Studie 2025 | Israel-Studie 2026 (Erlich et al.) |
|---|---|---|---|
| Teilnehmerzahl | 39 Probanden an vier US-Zentren | 20 Patientinnen | 16 Patientinnen, 1 Sitzung |
| Beobachtungszeitraum | bis Tag 90 | 12 Wochen | 3 Monate, retrospektiv aus Behandlungsakten |
| Dokumentierte Nebenwirkungen | milde, vorübergehende Rötung/Schwellung · keine anhaltenden Nebenwirkungen | keine unerwünschten Ereignisse | drei vorübergehende Rötungen, einmal mit leichter Schwellung, längstens zwei Tage · keine thermischen Schäden, kein Hinweis auf Fettschwund |
Alle drei Studien sind klein und herstellernah. In der israelischen Fallserie ist der Erstautor internationaler Trainer des Herstellers. Der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die Statistik gerechnet, erklärt aber, auf Studiendesign, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben. Eine unabhängige Bestätigung in größerem Maßstab steht noch aus. Details zu Design und Grenzen der drei XERF™-Studien stehen auf der Studienseite.
Direkt nach der Sitzung
Welche vorübergehenden Begleiterscheinungen hat XERF™?
Direkt nach einer XERF™-Sitzung sind Rötung, Schwellung und ein Wärmegefühl beschrieben, im Einzelnen:
Rötung und Schwellung
direkt nach der Sitzung möglich. Die Weiss-Studie beschreibt beides als erwartbare, milde Begleiterscheinung, die von allein abklingt. Die israelische Fallserie, die 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung über drei Monate retrospektiv auswertete, bewertet ihre drei Fälle ebenso. Ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers, der Hersteller reichte den Ethikantrag ein und rechnete die Statistik. Nach eigener Erklärung hat er auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen.
Wärmegefühl
in Anwenderberichten zusätzlich beschrieben, in den Studien nicht separat erfasst.
Kurzzeitig rosafarbene Haut
Ein US-Dermatologe beschreibt im Magazin TODAY, die Haut könne nach der Sitzung kurzzeitig rosafarben sein.
Zahlen nennt nur die israelische Fallserie: drei Fälle bei 16 Frauen, längstens zwei Tage. Die US-Studie beschreibt Rötung und Schwellung ohne Häufigkeit, das Wärmegefühl und die rosafarbene Haut stammen aus Anwenderberichten ohne Zahlen.
Geräteklasse
Risiken monopolarer Radiofrequenz allgemein
XERF™ ist ein monopolares Radiofrequenz-Verfahren (RF), kein Laser. Eigene Risikodaten über die drei Studien hinaus gibt es zu XERF™ bisher nicht. Zur Geräteklasse der monopolaren Radiofrequenz liegen aber Sicherheitsauswertungen aus mehr als zwei Jahrzehnten vor, überwiegend zum seit 2002 eingesetzten System Thermage® des Herstellers Solta Medical.
Für monopolare Radiofrequenz-Verfahren allgemein beschreibt diese Fachliteratur als seltene Komplikationen vor allem:
- Oberflächliche Verbrennungen
- vor allem bei unsachgemäßer Anwendung, etwa zu hoher Energie, direkt überlappenden Impulsen oder unvollständigem Hautkontakt des Behandlungskopfs. Eine spanische Auswertung von 757 Sitzungen durch de Felipe et al. 2007 berichtet Verbrennungen zweiten Grades in 2,7 % der Sitzungen. Die Übersichtsarbeit von Elsaie et al. 2010 beziffert das Verbrennungsrisiko in einer multizentrischen US-Studie auf 0,4 %.
- Dellen und Rückgang des Unterhautfettgewebes
- selten nach zu intensiver Behandlung beschrieben. In einer US-Auswertung von über 600 Thermage-Behandlungen durch Weiss et al. 2006 gab es einen solchen Fall, eine flache Wangen-Delle, die sich innerhalb von dreieinhalb Monaten vollständig zurückbildete. Diese Auswertung ist nicht die XERF™-Studie desselben Erstautors von 2026. Bei hartnäckigen Dellen wurden in Einzelfällen Folgeeingriffe beschrieben.
- Seltene Einzelfälle
- Narbenbildung, Kopfschmerzen, vorübergehende Taubheitsgefühle sowie Hautreizungen an der großflächigen Kontaktelektrode (Neutralelektrode), die bei monopolaren Geräten am Körper anliegt.
- Pigmentveränderungen
- tauchen in diesen Auswertungen nicht als dokumentierte Komplikation monopolarer Radiofrequenz auf. Ein Ausschluss folgt daraus nicht, denn die Auswertungen erfassen Hauttypen und Nachbeobachtungszeiträume nicht einheitlich. Die israelische Fallserie mit Hauttypen II bis V der Fitzpatrick-Einteilung, also von hell bis dunkel, fand nach drei Monaten keine signifikante Veränderung der Pigmentierung. Die Fallserie hat 16 Frauen nach einer einzigen Sitzung retrospektiv ausgewertet. Ihr Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers, der Hersteller hat den Ethikantrag eingereicht und die Statistik gerechnet, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben. Bei 16 Behandelten ist das ein erster Hinweis, kein Ausschluss.

Die Fachliteratur führt die seltenen Komplikationen überwiegend auf Anwendungs- und Gerätefehler zurück. Die Auswertung von de Felipe et al. 2007 empfiehlt moderate Energieeinstellungen ohne direkt überlappende Impulse. Als seltene Verbrennungsursache beschreiben Wang et al. 2026 zusätzlich eine Ruptur der Membran am Behandlungskopf. Schulung und Sorgfalt des Behandlungsteams sind damit der wesentliche Schutzfaktor, vollständig ausschließen lassen sich diese Komplikationen aber auch bei sorgfältiger Anwendung nicht.
Direkt auf XERF™ übertragbar sind diese Zahlen nicht. Sie stammen aus Untersuchungen zu anderen monopolaren RF-Geräten und älteren Geräte-Generationen und beschreiben das allgemeine Risikoprofil der Technologie-Klasse.
Zwei Ebenen der Risikodaten
XERF™-Studien
Drei kleine, herstellernahe Studien
39, 20 und 16 Behandelte
Eigene Risikodaten darüber hinaus
liegen nicht vor
Geräteklasse monopolare Radiofrequenz
Über zwei Jahrzehnte Auswertungen
andere Geräte, ältere Generationen
Seltene Komplikationen
Verbrennungen, Dellen, Einzelfälle
Behördliche Information
FDA-Rückruf eines Applikators (2025)
Für XERF™ gibt es eine behördliche Sicherheitsinformation. Die US-Behörde FDA führt einen Rückruf der Klasse 2 für den XERF™-Applikator EFFECTOR 60, also das Handstück des Geräts. Die Eckdaten des Rückrufs:
Ob ein in einer Praxis eingesetzter Applikator aus diesem Fertigungszeitraum stammt oder getauscht wurde, kann die Praxis beantworten. In den Quellen dieser Seite steht der Beleg der FDA mit der Recall-ID 216122 samt Original- und Archiv-Link.
Eignung
Für wen XERF™ nicht oder nur nach Prüfung infrage kommt
Eine vom Hersteller Cynosure Lutronic autorisierte Liste von Kontraindikationen zu XERF™ ist derzeit nicht öffentlich verfügbar. Wir geben deshalb keine Liste wieder.
Die Gebrauchsanweisung (IFU, Instructions for Use), die solche Angaben verbindlich regelt, liegt uns nicht vor. Auch die öffentliche Produkt- und FAQ-Seite des Herstellers nannte bei unserer letzten Prüfung im September 2026 keine Kontraindikationen oder Sicherheitshinweise. Kursierende Listen stammen, soweit uns bekannt, aus einer einzelnen Anbieterquelle und sind nicht durch Hersteller-Dokumentation gedeckt.
Ob eine Behandlung im Einzelfall infrage kommt, klärt das ärztliche Beratungsgespräch vor der Sitzung. Dort werden Vorerkrankungen, Implantate und individuelle Risikofaktoren abgefragt und bewertet. Die Seite Ablauf einer XERF™-Behandlung beschreibt dieses Gespräch genauer.
Die FAQ Für wen ist XERF™ geeignet? behandelt, welche Zonen und Hautbilder grundsätzlich infrage kommen.
Grenzen
Wo die Datenlage zu XERF™ endet
Die verfügbaren Sicherheitsdaten zu XERF™ stammen aus drei kleinen, herstellernahen Studien mit einem Beobachtungshorizont von maximal 90 Tagen beziehungsweise drei Monaten. Die Grenzen der aktuellen Studienlage beschreibt die Studienseite ausführlicher. Was diese Daten nicht zeigen können:
- Nebenwirkungen, die erst nach mehr als 90 Tagen auftreten
- die Häufigkeit seltener Komplikationen in größeren, unabhängigen Patientengruppen
- Ergebnisse aus randomisierten, verblindeten Vergleichsstudien, wie sie die Studienautoren selbst als nächsten Schritt empfehlen
Einordnung
XERF™-Nebenwirkungen: das Fazit
Die drei vorliegenden XERF™-Studien dokumentieren bis Tag 90 milde, vorübergehende Begleiterscheinungen wie Rötung und Schwellung. Zur Geräteklasse der monopolaren Radiofrequenz sind darüber hinaus seltene Komplikationen wie oberflächliche Verbrennungen und Dellen dokumentiert, allerdings an anderen Geräten. Für XERF™ selbst kommt ein FDA-Rückruf eines Applikators aus dem Jahr 2025 hinzu.
Über seltene oder langfristige Risiken lässt die Datenlage noch keine belastbare Aussage zu. Wer eine Behandlung erwägt, klärt Eignung und individuelle Risiken im ärztlichen Beratungsgespräch. Den technischen Hintergrund von XERF™, den Ablauf einer XERF™-Behandlung und die Praxis-Erfahrungen mit XERF™ behandelt dieses Portal auf eigenen Seiten.
Welche Praxen XERF™ anbieten oder ankündigen
Nach Angaben des Herstellers und erster Praxen sind seit Mitte September 2026 die ersten XERF™-Geräte in Deutschland und der Schweiz ausgeliefert. Einzelne Praxen vergeben nach eigener Angabe bereits Termine, weitere haben einen Start angekündigt (zuletzt geprüft am 25.09.2026). Die Übersicht zeigt, welche Praxen dabei sind, mit Stand und Quelle.
Prüfvermerk
Aktualisiert 09/2026- Stand
- September 2026
- Nächste Prüfung
- monatlich bis IFU vorliegt · sofort bei Hersteller-Sicherheitsinfo
- Redaktion
- Mario Kranz
- Fachliche Prüfung
- Dr. med. Christian Köhler, Kaleidoscop aesthetic, Zürich · geprüft am 02.10.2026
Quellen
Weiss et al. (2026): US-Multicenter-Studie zu XERF™, 39 Probanden an vier US-Zentren, Fachjournal Cureus 18(3):e104546 · Sicherheitsdaten bis Tag 90
Original Cureus-Volltext (PMC) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
Koreanische Studie (2025), 20 Patientinnen, Med Lasers 2025;14(1):23–30 · keine unerwünschten Ereignisse über zwölf Wochen
Original Volltext in Medical Lasers (JKSLMS) Archiv-Snapshot vom 12.09.2025
US-Behörde FDA: Rückruf der Klasse 2 für den XERF™-Applikator EFFECTOR 60 (Aktenzeichen Z-0146-2026, Recall-ID 216122)
Original FDA-Rückrufdatenbank Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
de Felipe et al. (2007): spanische Auswertung von 757 Sitzungen monopolarer Radiofrequenz · Verbrennungen zweiten Grades in 2,7 % der Sitzungen
Original Eintrag in PubMed
Elsaie et al. (2010): Übersichtsarbeit zu monopolarer Radiofrequenz · Verbrennungsrisiko von 0,4 % in einer multizentrischen US-Studie
Original Eintrag in PubMed
Weiss et al. (2006): US-Auswertung von über 600 Thermage-Behandlungen · ein Fall einer flachen Wangen-Delle, innerhalb von dreieinhalb Monaten vollständig zurückgebildet (nicht identisch mit der XERF™-Studie desselben Erstautors von 2026)
Original Eintrag in PubMed
Wang et al. (2026): Ruptur der Membran am Behandlungskopf als seltene Ursache von Verbrennungen bei monopolarer Radiofrequenz
Original Eintrag in PubMed
TODAY (2026): Ein US-Dermatologe beschreibt, die Haut könne nach der Sitzung kurzzeitig rosafarben sein
Original Bericht auf today.com Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
Cynosure Lutronic (Hersteller): öffentliche Produkt- und FAQ-Seite zu XERF™ · ohne Kontraindikationen oder Sicherheitshinweise (zuletzt geprüft: September 2026)
Original Produktseite des Herstellers Archiv-Snapshot vom 04.09.2026
Erlich et al. (2026): retrospektive Auswertung von 16 Patientinnen nach einer XERF™-Sitzung, drei Monate Nachbeobachtung (Lasers in Medical Science 41:194, Open Access)
Original Volltext (Springer, DOI 10.1007/s10103-026-04996-0)
Die Quellen wurden zum Stand der Prüfung abgerufen, vorhandene Archivkopien sind verlinkt.