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Die Weiss-Studie zu XERF™: 39 Probanden, 90 Tage, klare Grenzen

Die größte klinische Studie zu XERF™ ist im September 2026 die Arbeit von Weiss et al. mit 39 Probanden an vier US-Zentren, nachbeobachtet bis 90 Tage nach der letzten Behandlung. 92,3 % zeigten eine sichtbare Verbesserung, bewertet von den behandelnden Prüfärzten, ohne Kontrollarm und ohne Verblindung. Kleine Stichprobe, Herstellernähe und fehlende Langzeitdaten begrenzen die Aussagekraft zusätzlich. Alle Untersuchungen versammelt die Studienübersicht im Überblick.

Redaktion Mario Kranz · Veröffentlicht 05.10.2026 · Stand September 2026 · Fachlich geprüft von Dr. med. Christian Köhler

Behandlung und Nachbeobachtung

Zeitachse des Studiendesigns: zwei Sitzungen im Abstand von vier Wochen, Erhebungen 30 und 90 Tage nach der letzten Behandlung, danach ein gestrichelter Abschnitt ohne Daten.StudienprotokollSitzung 1Sitzung 2vier Wochen späterTag 30nach letzter SitzungTag 90Ende der Nachbeobachtungüber Tag 90 hinaus: keine StudiendatenNachbeobachtung ab der letzten BehandlungDas Protokoll erlaubte bis zu drei Sitzungen im Abstand von vier Wochen. Alle Teilnehmenden beendeten die Studie nach zwei Sitzungen.Zeitachse des Studiendesigns: zwei Sitzungen im Abstand von vier Wochen, Erhebungen 30 und 90 Tage nach der letzten Behandlung, danach ein gestrichelter Abschnitt ohne Daten.StudienprotokollSitzung 1Sitzung 2vier Wochen späterTag 30nach letzter SitzungTag 90Ende der NachbeobachtungNachbeobachtung ab der letzten Behandlungüber Tag 90 hinaus: keine StudiendatenDas Protokoll erlaubte bis zu drei Sitzungen im Abstand von vier Wochen. Alle Teilnehmenden beendeten die Studie nach zwei Sitzungen.
Die Studie erhob ihre Werte 30 und 90 Tage nach der letzten von zwei Sitzungen. Für die Zeit nach Tag 90 fehlen Daten.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Weiss et al. 2026 (Cureus 18(3):e104546)

Das Wichtigste zur US-Multicenter-Studie zu XERF™

Studie
Weiss et al., Cureus
veröffentlicht am 02.03.2026, über PubMed Central frei zugänglich (PMC13040610)
Teilnehmer
39 Probanden
vier Behandlungszentren in den USA · Multicenter-Studie · herstellernah
Endpunkt
Clinician-GAIS 1 bis 5
ärztliche Bewertungsskala, bewertet von den behandelnden Prüfärzten · Werte ab 3 galten als Verbesserung · erhoben 30 und 90 Tage nach der letzten Behandlung
Kernergebnis
92,3 % an Tag 90
36 von 39 Probanden
Nebenwirkungen
Bis Tag 90 keine anhaltenden dokumentiert
milde, vorübergehende Rötungen und Schwellungen sind in der Studie dokumentiert
Grenzen
Kein Kontrollarm, unverblindet
kleine Stichprobe, herstellernah · von den Autoren als vorläufig eingeordnet

Stand September 2026 · Quelle: Weiss et al. (2026), Cureus · Einordnung in den Abschnitten unten

Überblick

Um welche Studie geht es?

Gemeint ist die Multicenter-Studie von Weiss et al., veröffentlicht am 02.03.2026 im Fachjournal Cureus. Sie umfasst 39 Probanden an vier US-Zentren, ohne Kontrollgruppe, und eine Nachbeobachtung bis Tag 90.

Die Studie ist über PubMed Central unter der Kennung PMC13040610 frei zugänglich. Ein Team um den US-Dermatologen Robert A. Weiss untersuchte darin XERF™, ein monopolares Radiofrequenz-System des Herstellers Cynosure Lutronic.

Die Studie untersuchte Gesichtsfalten und erschlaffte Gesichtshaut. Wie alle drei klinischen Studien zu XERF™ ist auch sie herstellernah. Das schmälert die dokumentierten Ergebnisse nicht automatisch, verlangt aber besondere Vorsicht bei der Verallgemeinerung.

Studienaufbau

Wie die Weiss-Studie zu XERF™ aufgebaut war

Die US-Multicenter-Studie von Weiss et al. behandelte 39 Probanden an vier US-Zentren, ohne Kontrollgruppe, in zwei Sitzungen im Abstand von vier Wochen und bewertete das Ergebnis 30 und 90 Tage nach der letzten Behandlung auf der ärztlichen GAIS-Skala. Die Publikation beschreibt den Aufbau so:

Teilnehmende
Mit 39 Probanden, die alle die Studie abschlossen, bleibt die Stichprobe klein. Die Multicenter-Anlage, also Daten aus mehreren Praxen statt aus einer einzigen, erhöht die Aussagekraft gegenüber einer Einzelzentrum-Studie etwas.
Studienprotokoll
bis zu drei Sitzungen im Abstand von vier Wochen erlaubt, alle Teilnehmenden beendeten die Studie aber nach zwei Sitzungen. Für den Praxiseinsatz sieht der Hersteller ein anderes Protokoll vor, zwei Sitzungen im Abstand von etwa sechs Wochen. Beide sollten nicht gleichgesetzt werden.
Erhebungszeitpunkte
30 und 90 Tage nach der letzten Behandlung.
Bewertungsmaßstab
die Clinician-GAIS, die ärztliche Variante der Global Aesthetic Improvement Scale. Auf dieser fünfstufigen Skala von 1 bis 5 beurteilen Ärztinnen und Ärzte, wie stark sich das Erscheinungsbild gegenüber dem Ausgangszustand verändert hat. Werte ab 3 galten in der Studie als Verbesserung. Das ist ein subjektives, in der ästhetischen Medizin aber etabliertes Urteil, keine physikalische Messung der Hautspannung. Der Beitrag GAIS-Skala verständlich erklärt zeigt, warum Werte verschiedener Studien nicht direkt vergleichbar sind.

Klinische Daten

Was die Weiss-Studie zu XERF™ ergeben hat

90 Tage nach der letzten XERF™-Behandlung erreichten 36 der 39 Probanden, also 92,3 %, einen Clinician-GAIS-Wert von mindestens 3 und damit eine ärztlich festgestellte Verbesserung. Beurteilt haben das die behandelnden Prüfärzte selbst, ohne Verblindung, ohne Vergleichsgruppe und mit 90 Tagen Nachbeobachtung. Die Werte der XERF™-Studie im zeitlichen Verlauf:

  • 84,6 %

    Tag 30

    33 von 39 Probanden, also 84,6 %, erreichten 30 Tage nach der letzten XERF™-Behandlung einen Clinician-GAIS-Wert von mindestens 3.

  • 92,3 %

    Tag 90

    Gegenüber Tag 30 nahmen die Bewertungen der behandelnden Prüfärzte bis Tag 90 noch leicht zu. Das passt zu dem vom Hersteller beschriebenen Wirkmechanismus, wonach sich nach der Behandlung über etwa drei Monate Kollagen aufbaut.

    Einschränkung: Ohne Vergleichsgruppe bleibt dieser Zusammenhang allerdings unbelegt.

Nebenwirkungen: Milde, vorübergehende Rötungen und Schwellungen dokumentiert die Studie als erwartbare Begleiterscheinungen. Anhaltende Nebenwirkungen traten bis 90 Tage nach der letzten Behandlung nicht auf. Anwenderberichte außerhalb der Studie, die die Seite Erfahrungen bündelt, beschreiben zusätzlich ein Wärmegefühl.

Eine kleinere koreanische Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte 20 Patientinnen nach einer einzigen Sitzung über zwölf Wochen und berichtet keine unerwünschten Ereignisse. Sie kam auf einen durchschnittlichen GAIS-Wert von 2,75 auf einer Skala von 0 bis 4, also fünf Stufen.

Seit August 2026 liegt eine retrospektive Auswertung aus Israel vor, veröffentlicht von Erlich et al. in Lasers in Medical Science 41:194. Sie wertete 16 Frauen nach einer einzigen XERF™-Sitzung rückblickend aus den Behandlungsakten über drei Monate aus. Die Arbeit liefert erstmals Messungen mit Geräten, hatte aber keine Vergleichsgruppe und ist herstellernah. Der Erstautor ist internationaler Trainer des Herstellers. Der Hersteller reichte den Ethikantrag ein und rechnete die Statistik, erklärt aber, auf Design, Behandlung, Datenerhebung und Manuskript keinen Einfluss genommen zu haben. Die Studienübersicht nennt die Einzelwerte und ordnet sie ein.

Direkt vergleichbar sind die drei Untersuchungen nicht, dafür unterscheiden sich Design, Fallzahl und auch die verwendete Skalenvariante zu stark. Sie deuten aber in eine ähnliche Richtung.

Praxen mit XERF™ in Deutschland und der Schweiz

Wenn Sie XERF™ für sich prüfen möchten: Die Übersicht nennt die uns bekannten Praxen, die XERF™ anbieten oder angekündigt haben, mit Standort, Status und Datum der letzten Prüfung.

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Grenzen

Welche Grenzen hat die XERF™-Studie?

Drei Einschränkungen benennen die Studienautoren selbst. Es gab keinen Kontroll- oder Vergleichsarm. Die Studie war unverblindet, und die GAIS-Bewertung lag bei den behandelnden Prüfärzten. Die Nachbeobachtung endete 90 Tage nach der letzten Behandlung. Hinzu kommen die kleine Stichprobe und die Nähe zum Hersteller. Über Zuverlässigkeit und Haltbarkeit des Effekts sagt die Studie daher nur begrenzt etwas aus.

Die Punkte im Einzelnen:

Kein Kontroll- oder Vergleichsarm
Es gab keine unbehandelte oder anders behandelte Gruppe zum Abgleich. Ohne einen solchen Arm bleibt offen, ob die beobachtete Veränderung tatsächlich auf die Behandlung zurückgeht. Die Autoren sprechen von einer begrenzten Aussage zur Ursache.
Keine Verblindung, Bewertung durch die Behandelnden
Behandelnde und Teilnehmende wussten, dass mit XERF™ behandelt wurde. Die GAIS-Bewertung nahmen die behandelnden Prüfärzte vor. Diese mögliche Verzerrung durch die Bewertenden räumen die Autoren ausdrücklich ein.
Stichprobengröße
39 Probanden sind für belastbare statistische Aussagen wenig. Einzelne Ausreißer können das Gesamtergebnis stärker beeinflussen als bei größeren Kollektiven.
Herstellernähe
Wie alle bisherigen klinischen XERF™-Studien ist auch diese herstellernah. Das ist in der Medizingerätebranche verbreitet, macht die Ergebnisse aber nicht gleichwertig mit einer unabhängigen, industriefernen Untersuchung.
Fehlende Langzeitdaten
Die Beobachtung endet 90 Tage nach der letzten Behandlung. Ob der Effekt über Monate stabil bleibt oder nachlässt, beantwortet die Studie nicht. Der Hersteller gibt eine Wirkdauer von etwa sechs Monaten an, einzelne Anwenderberichte nennen längere Zeiträume. Langzeitstudien dazu fehlen.

Die fünf Grenzen der Studie

Was der Studie fehlt

  • Kontroll- oder Vergleichsarm

  • Verblindung

  • Langzeitdaten über Tag 90 hinaus

Was sie einschränkt

  • Stichprobengröße

  • Herstellernähe

Drei der fünf Grenzen sind Lücken im Studiendesign, zwei betreffen Umfang und Herkunft. Die Autoren stufen ihre Ergebnisse als vorläufig ein.Darstellung: Redaktion · Grundlage: Weiss et al. 2026 (Cureus 18(3):e104546)

Die Autoren ordnen ihre Ergebnisse wegen des Studiendesigns als vorläufig und „hypothesengenerierend“ ein. Sie empfehlen randomisierte, verblindete Vergleichsstudien und nennen ausdrücklich einen Split-Face-Vergleich gegen Thermage® FLX, um Wirkung und Haltbarkeit zu bestätigen.

Über die einzelne Studie hinaus fehlen unabhängige Vergleichsstudien zwischen XERF™ und etablierten Verfahren wie Thermage oder Ultherapy®. Wer zwischen mehreren Verfahren abwägt, findet in der aktuellen Studienlage dafür keine ausreichende Grundlage. Unser Methodenvergleich stellt die Verfahren sachlich gegenüber.

Einordnung

Einordnung in die Gesamtlage

Die Weiss-Studie ist derzeit die umfangreichste klinische Untersuchung zu XERF™ und liefert mehr Anhaltspunkte als frühere, kleinere Arbeiten. Innerhalb ihrer Grenzen zeigt sie bei den meisten Behandelten eine sichtbare Verbesserung ohne anhaltende Nebenwirkungen bis Tag 90. Das ist ein positives, aber vorläufiges Signal. Eine dauerhafte oder bei allen Behandelten gleichermaßen eintretende Wirkung belegt die Studie nicht.

Kleine Studien aus dem Umfeld des Herstellers wie diese sind derzeit die einzige klinische Datenbasis zu XERF™. Zum behördlichen Status von XERF™ gehört zusätzlich die FDA-Clearance des Geräts:

FDA-Clearance vom 11.08.2025 (Aktenzeichen K251327)
Für die Clearance wurden keine klinischen Prüfungen eingereicht, sie stützte sich auf die Gleichartigkeit mit dem Vergleichsgerät Thermage FLX.
Formale Indikation der FDA-Clearance
Elektrokoagulation, also gezielte Gewebeverödung durch Strom, und Blutstillung. Als Beleg für eine straffende Wirkung taugt die Clearance damit nicht. Die Studienübersicht stellt den behördlichen Status vollständig dar.

Hinzu kommen vor allem Laborarbeiten, darunter eine Histologie-Studie im Schweinemodell aus dem Jahr 2024, die Kollagen-Effekte des Verfahrens im Gewebe dokumentiert. Die XERF™-Übersicht erklärt, was XERF™ ist und wie die Radiofrequenz-Hautstraffung technisch funktioniert.

In der Studienübersicht finden Sie alle bis heute verfügbaren Untersuchungen mit ihrer Bewertung. Ob eine Behandlung im Einzelfall infrage kommt, klärt das ärztliche Beratungsgespräch, denn die vorliegenden Daten ersetzen dieses Gespräch nicht.

Welche Praxen XERF™ anbieten oder ankündigen

Nach Angaben des Herstellers und erster Praxen sind seit Mitte September 2026 die ersten XERF™-Geräte in Deutschland und der Schweiz ausgeliefert. Einzelne Praxen vergeben nach eigener Angabe bereits Termine, weitere haben einen Start angekündigt (zuletzt geprüft am 25.09.2026). Die Übersicht zeigt, welche Praxen dabei sind, mit Stand und Quelle.

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Prüfvermerk

Aktualisiert 09/2026
Stand
September 2026
Nächste Prüfung
bei neuer Studienlage (sonst statisch)
Veröffentlicht
05.10.2026
Redaktion
Mario Kranz
Fachliche Prüfung
Dr. med. Christian Köhler, Kaleidoscop aesthetic, Zürich · geprüft am 02.10.2026

Quellen

Zu jeder Quelle gehört der Original-Link. Wo eine Archivkopie vorliegt, ist sie mit dem Datum der Sicherung verlinkt.

  1. Weiss et al. (2026): US-Multicenter-Studie zu XERF™, 39 Probanden an vier Zentren, Fachzeitschrift Cureus · die hier besprochene Studie

    Original Cureus-Volltext (PMC) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  2. US-Behörde FDA: 510(k)-Clearance K251327 vom 11.08.2025 · Grundlage des Abschnitts „Einordnung in die Gesamtlage“ (Vergleichsgerät Thermage FLX)

    Original FDA-Datenbank K251327 Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  3. Koreanische Studie (2025), 20 Patientinnen, GAIS-Bewertung nach zwölf Wochen · die im Ergebnisteil zum Vergleich genannte kleinere Untersuchung

    Original Volltext in Medical Lasers (JKSLMS) Archiv-Snapshot vom 12.09.2025

  4. Histologie-Studie im Schweinemodell (2024) · die im Abschnitt „Einordnung in die Gesamtlage“ genannte Laborarbeit zu Kollagen-Effekten

    Original Volltext (PMC) Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  5. Cynosure Lutronic (Hersteller): Behandlungsprotokoll mit zwei Sitzungen im Abstand von etwa sechs Wochen · Vergleichsgröße zum Studienprotokoll in der Methodik

    Original Produktseite des Herstellers Archiv-Snapshot vom 04.09.2026

  6. Erlich et al. (2026): retrospektive Auswertung von 16 Patientinnen nach einer XERF™-Sitzung, drei Monate Nachbeobachtung (Lasers in Medical Science 41:194, Open Access)

    Original Volltext (Springer, DOI 10.1007/s10103-026-04996-0)

Die Quellen wurden zum Stand der Prüfung abgerufen, vorhandene Archivkopien sind verlinkt.